Buschkrankenhaus – in Ambohitsara und Mobil

„Für viele ist das Buschkrankenhaus ein Tor zum Himmel“. Diesen Satz sagte neulich Dr. Roseline. Es ist Fakt, dass viele Patienten in unserem Krankenhaus das erste Mal in ihrem Leben wirklich in Berührung mit Jesus kommen:

  • Im Behandlungszimmer des Krankenhauses hängt ein Schild mit der Aufschrift: „Wir behandeln, aber Jesus heilt“.
  • Vor jeder Behandlung beten die Mitarbeiter mit den Patienten.
  • Jeden Morgen findet eine Mini-Andacht statt, der Diensthabende Pfleger/Arzt macht das mit den Ankommenden. Es wird eine Bibelstelle vorgelesen und ein kurzer geistlicher Input kommt dazu. Beendet wird die Andacht mit einem Gebet.
  • Alles ist natürlich auf freiwilliger Basis – und nicht nach dem Motto: „keine Andacht, keine Behandlung“. So etwas wäre total gegen alle unsere Prinzipien. Jeder wird im Buschkrankenhaus behandelt, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion usw.

Um noch mehr Menschen zu erreichen, fährt der Sadko schon seit längerer Zeit in die umliegenden Dörfer. Das Buschkrankenhaus wird dann quasi für kurze Zeit auch in der Umgebung „aufgebaut“. Dieser Einsatz wird i.d.R. von einem Multi-Projekt-Team ausgeführt: Mitarbeiter des Krankenhauses, der Schulkantine und dem Alpha-Team arbeiten zusammen. Ein Mitarbeiter aus dem Alpha-Team hält eine Andacht, der Fahrer des Sadko unterstützt das Krankenhaus-Team bei der Dokumentation, ein Arzt/Pfleger macht Impfungen und behandelt die Menschen, jemand von der Schulkantine kocht…

Das sieht oft so aus: Ein Tisch wird mitten auf dem Dorfgelände aufgebaut. Die Dorfleute werden zusammengerufen.

Verschiedene Leute sagen etwas – z.B. Dr. Roseline über Hygiene, Jacqueline (eine Evangelistin) oder Pierre macht die Andacht, der Pfleger Armel erinnert die Mütter an ausstehende Impfungen bei ihren Kindern, Kranke werden v.a. auf Malaria getestet und dann behandelt….

Das Schöne daran ist, dass die Gesundheitsbehörde uns explizit beauftragt hat, diese Aufgaben für sie wahrzunehmen, weil sie nicht die Ressourcen (geeignetes Auto usw.) dazu haben. Im Gegenzug erhalten wir von ihnen reichlich Impfstoffe, Medikamente, Malaria-Tests (auf diese Tests hat der Staat ein Monopol) usw.

Vor einigen Wochen haben uns die Gesundheitsbehörden  wieder um Hilfe gebeten, da eine Malaria-Epidemie grassiert. Unsere Teams waren dann unermüdlich im Einsatz – oft auch mit den Fahrrädern unterwegs, um die Dörfer zu besuchen.

Es gab Dörfer, bei denen bis zu 50 Prozent der Leute (in Ambanjabe – 46 von 98 Personen) positiv auf Malaria getestet wurden. Das heißt, dass diese 50 Prozent schon krank / sehr krank waren.

Auch die Gesundheits-Aufklärung ist sehr wichtig: seit 2015 sagen wir den Dorfbewohnern bei jeder Gelegenheit und immer wieder, dass sie sofort wenn jemand Fieber bekommt, nach Ambohitsara kommen sollen. Oder die Mitarbeiter des mobilen Teams, so es gerade in ihrem Dorf ist, ansprechen.

Wir danken Gott, dass wir bis jetzt noch keinen Todesfall in unserem Wirkungsbereich zu beklagen haben. Die Leute halten sich daran und kommen sofort bzw. lassen sich vor Ort testen. Nur von südwestlich unseres Einzugsbereichs  kamen 2 Kinder zu uns, denen wir leider nicht mehr helfen konnten….

Für das Gesundheitspersonal der ganzen Gegend gab es auch in Andranomena eine Schulung über Malaria und Corona.

 

Update zum Thema Corona: auch bis jetzt gibt es in Madagaskar kaum Corona-Todesfälle (zwei aktuell) und sehr wenig Infizierte. In unserem Landkreis gibt es keine bekannten Fälle. Auch zu den Krankenhäusern gibt es keinen „Run“.

Wir bauen sogar im Ackerbau eine Pflanze an, die gegen Corona hilft….Hat zwar keine Tests durchlaufen, weil es kein Extrakt ist, sondern ein Tee, der auch gegen Malaria eingesetzt wird. Aber trotzdem sehr wirksam…

 

Vielen Dank auch an die Spender, die in der letzten Zeit für das Buschkrankenhaus gespendet haben. Im Zuge der Malaria-Epidemie können wir das Geld wirklich sehr gut gebrauchen. Gerade jetzt, in der Corona-Zeit, ist das wirklich ein Wunder…

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