Neuigkeiten aus den Hope Projekten Madagaskar

Neues aus Ambohitsara und Umgebung

Die Corona-Krise hat sich vor allem auch auf den „Informationsfluss“ ausgewirkt: aus und in die Hauptstadt Tana fahren immer noch wenig Buschtaxis. Deswegen bleiben Anatole und Viviane in Tana bzw. Roseline hauptsächlich in Ambohitsara. Nur ab und zu bekommen wir Infos und Bildmaterial. Trotzdem werde ich versuchen, Euch ein kurzes Update aus den Projekten zukommen zu lassen – leider manchmal mit schon „etwas älteren“ Bildern.

Corona

Im Großen und Ganzen ist Madagaskar bis jetzt kaum von Corona betroffen. Das Land hat auch ein pflanzliches Heilmittel dagegen entwickelt, das „hervorragend“ wirkt. Fast alle Patienten waren nach 7 Tagen gesund. Man kann es auch vorbeugend einnehmen. Es besteht zu ca 80 % aus Artemesia annua und zu 20 % aus einigen anderen Pflanzen. Madagaskar will das Heilmittel jetzt auch  industriell produzieren. Auch in Ambohitsara bauen wir Artemesia an.

Wir haben jetzt 6 Infrarot Thermometer kaufen können, die auch kontaktlose Messungen erlauben. Gerade auch bei dem Kampf gegen die Malaria-Epidemie (damit haben wir zur Zeit mehr zu tun, als mit Corona) beschleunigt und erleichtert das unsere Arbeit ungemein.

(zum Vergrößern der Bilder bitte auf dem Bild doppelklicken)

Labor

Das Labor ist inzwischen  gut ausgelastet. Unsere Mitarbeiter gewinnen mehr und mehr an Erfahrung. Bis jetzt sind wir hauptsächlich Dienstleister für die Schüler und Mitarbeiter. Als das Labor gestartet wurde, waren eine Vielzahl von Chemikalien mit im Preis inbegriffen. So auch z.B. welche um die Blutgruppe zu bestimmen. Damit sie nicht ungenutzt ablaufen, haben wir sie dazu verwendet, bei den Schülern die Blutgruppe zu bestimmen und in ihr „Krankenbuch“ einzutragen. Das ist ein kleines DIN-A5-Schulheft, das jeder Patient immer dabei hat, wenn er zum Arzt geht und wo alle Untersuchungen/Medikationen drin stehen. Und natürlich untersuchen wir die Patienten, die kommen, oder deren Proben im Rahmen des Einsatzes der mobilen Klinik  genommen werden.

Die Kontaktaufnahme mit den Krankenhäusern, Arztpraxen und Krankenstationen der Umgebung konnte noch nicht in einem größeren Ausmaß – wie geplant – erfolgen. Corona hat alles zum „Erliegen“ gebracht. Das wirkt sich natürlich hauptsächlich auch auf die Wirtschaftlichkeit des Labors aus. Aber man sagt ja auch, dass Startups einige Jahre brauchen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Wir hoffen dass wir die Gehälter der Laborangestellten und teilweise auch die des Buschkrankenhauses später damit erwirtschaften können.

Landwirtschaft

Ende Mai war Erntezeit in Ambohitsara, bei Reis und Erdnüssen. Wir sind Gott sehr dankbar, dass wir trotz des Regenmangels genug (im Vergleich zu 2019) geerntet haben. Es reicht zwar nicht, um unsere Kinder in der Kantine „das ganze Jahr“ damit zu „füttern“, aber es ist doch eine finanzielle Entlastung, wenn wir nicht immer Reis kaufen, sondern selbst angebauten verwenden können.

Leider gab es einige zwischenmenschliche Probleme zwischen der Projektleiterin des Ackerbaus (Kala, sehr kompetent, jung, weiblich) und dem Gruppenleiter (Honoré, sehr erfahren, älter, männlich). Diese Kombination sorgt unter normalen Umständen manchmal schon für Zündstoff. Honoré konnte/wollte nicht hinter den Neuerungen stehen, die Kala nach der letzten Projektleiter Schulung kommuniziert/eingeführt hat. Honoré hat dann das Missionszentrum verlassen, was wir sehr bedauern. Hier spielt leider auch die Kultur eine große Rolle: Wenn jemand denkt, dass er „sein Gesicht verloren“ hat, dann kündigt er meistens kurz darauf….

Leitungsteam

Anatole war vor einigen Wochen ziemlich krank. Er hatte Gallensteine. Nach eingehenden Untersuchungen bekommt er jetzt Medikamente. Außerdem macht er eine Diät, um sein Gewicht zu reduzieren. Inzwischen geht es ihm schon sehr viel besser. Er macht weiterhin Kontrollen per Ultraschall und wir hoffen, dass die Steine so abgehen und er nicht operiert werden muss. Das ist echt ein Gebetsanliegen. In Madagaskar ist es kein Problem, dick zu sein. Im Gegenteil, das bedeutet für viele: „es geht einem gut, man kann sich gutes Essen leisten“. Schlank zu sein entspricht  jetzt nicht gerade dem dortigen Schönheitsideal. Auch sehen viele Menschen keinen Zusammenhang zwischen dem, was man isst und dem Gewicht. Sie denken, dass es eben Menschen gibt, die dünn sind, während andere eben dick sind….

Ich erinnere mich an eine sehr lustige Geschichte, die mir von einem Einsatz in Madagaskar erzählt wurde. Eine Person, die schon länger da war, (D.) hat zusammen mit einer Person, die erst sehr kurz in Ambohitsara war (R.), eine der jungen Lehrerinnen besucht. Diese sagte: „Ohhhh, R. du bist so hübsch, du bist so weiß und dick! Weisst Du, die D. hier, die war am Anfang auch so hübsch wie du – und jetzt ist sie  braun und dünn und gar nicht mehr hübsch…

Vielen Dank für Euren Beistand im Gebet und in den Finanzen. Dank eurer Hilfe konnten wir den o.g. Stand erreichen. Gott macht den Unterschied durch Euch – wir freuen uns riesig darüber!

Die Kinder und die Bevölkerung von Ambohitsara und Umgebung sagen: Misaotra betsaka – vielen Dank!

Fortsetzung folgt…..

 

 

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