Neuigkeiten aus den Hope Projekten Madagaskar – Teil 2

Neues aus Ambohitsara und Umgebung – Teil 2

Schule – Probeprüfungen

In den Schulen in Madagaskar ist es üblich, dass eine sog. „Probe-Prüfung“ ca. 6 Wochen vor dem „richtigen“ Prüfungstermin abgehalten wird. Dazu muss man die Prüfungsunterlagen entweder beim Schulamt (z.B. Port-Berger) abholen, oder direkt in ein Prüfungszentrum (z.B. Andranomena) gehen und die Prüfung dort ablegen. Sie dient zur „Standort-Überprüfung“ des aktuellen Wissens der Schüler. Danach sieht man, ob man noch durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. das Lerncamp, „nachbessern“ muss.

Unsere Oberstufen-Schüler wurden also am Prüfungstag in den SADKO „verladen“, um in Port-Berger die Prüfung abzulegen. Aber – oh Wunder – die Leute dort hatten es sich kurzfristig anders überlegt. Es sollte doch im jeweiligen Schulstandort geprüft werden und nur die Lehrer wurden an dem Tag benötigt, um die Unterlagen abzuholen…. Also – wieder zurück nach Ambo. Es wurde dann ein neuer Termin ausgemacht und die Oberstufen-Schüler haben  in den Klassenzimmern der Missionsschule Ambohitsara ihre Prüfung geschrieben.

(zum Vergrößern der Bilder bitte auf dem Bild doppelklicken)

Das Ergebnis war leider etwas „mager“ – nur 3 von 18 haben bestanden, aber diese 3 mit Auszeichnung. Gut zu wissen, auf alle Fälle. Jetzt können sie nochmal richtig „Gas geben“ um die „echte Prüfung“ gut zu bestehen.

Für die Grundschüler ist es genau anders herum gelaufen. Sie mussten alle (zu Fuß) nach Andranomena laufen, um dort die Prüfung zu absolvieren. 1 Ochsenkarre mit den Kochutensilien samt Schulkantinen-Personal kam noch mit, weil die Kinder ja auch Hunger haben, mittags. Der SADKO hat zusätzlich noch im Laderaum  Schulbänke transportiert – warum auch immer, anscheinend waren da vor Ort nicht genug vorhanden…..Es wurde vor der Prüfung gebetet, danach zusammen gegessen und anschließend sind alle wieder nach Hause gelaufen. Von den Bildern her war die Stimmung ziemlich entspannt…

Das Ergebnis war toll: Alle Kinder haben bestanden!

Sport-Prüfung in Ambohitsara

Wie schon in den Jahren zuvor, wurde die Sport-Prüfung für die Mittlere Reife (das war keine Probe, sondern die „echte“) wieder in Ambohitsara abgehalten. Es hat neben unserer Kommune auch noch eine Nachbarkommune teilgenommen. Hier einige Impressionen:

Schule – Ausblick

Wegen Corona durften nur die Abschlussklassen nach Ambohitsara zum Unterricht kommen. Die anderen kamen 1 mal alle 14 Tage, um sich Unterrichtsmaterial/Hausarbeiten zu holen, die sie dann zu Hause erledigen sollen. Was aber ziemlich un-effektiv ist. Warum? Die Kinder haben kaum Unterstützung zu Hause. Ihre Eltern sind meist Analphabeten und können ihnen nicht helfen. Nur diejenigen, die ältere Geschwister haben, welche auch zur Missionsschule gehen, haben eine Chance. Außerdem sind die Wohnverhältnisse sehr beengt, so dass die Schüler keine Ruhe zum Lernen haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele Schüler die Klasse nächstes Schuljahr wiederholen müssen. Außer natürlich die Schüler der Klassen 6, 10 und 13, die wegen der Abschlussprüfungen von Anfang an Regelunterricht hatten.

 

Auch die 9. und  12. Klassen haben (aber erst ab jetzt) auch wieder Unterricht, da sie eine Vorrück-Prüfung für die nächste Klasse, die eine Abschlussklasse ist, ablegen müssen.

Bitte betet für unsere Schüler, dass sie nicht aufgeben und weiter motiviert bleiben.

Bauhof

Da alle Veranstaltungen abgesagt wurden, hat auch z.B. unser Alpha-Team Zeit zur Verfügung gehabt. Sie wurden dann im Bauhof, u.a. zum Betonieren der Veranda eines der Schulgebäude, eingesetzt. Die Gebäude haben zwar alle Überdachungen rund herum, aber da der Untergrund aus gestampfte Erde besteht, stehen die Schüler wenn es regnet trotzdem im Matsch. Wenn die Verandas einen Beton-Fußboden haben, dann können sie dort sogar bei Regen sitzen, spielen, lesen usw. Auch haben noch nicht alle Schulzimmer einen Betonboden – das wird jetzt auch gerade gemacht. So etwas ist eine mühsame Angelegenheit – da habe ich auch schon mitgearbeitet, als ich in Madagaskar war – das geht so:

  1. Am Rand der Veranda, wo die Stützpfeiler stehen, eine Rinne graben und mit Steinen ausfüllen (Statik)
  2. Den zu betonierenden Boden begradigen und festklopfen
  3. Steine aus dem Flußbett sammeln, mit dem SADKO (zu meiner Zeit war es die Schubkarre!) zum Gebäude karren
  4. Die Steine so auflegen, dass eine gerade Fläche entsteht
  1. Sand von einer Sandbank – einige km von Ambo – mit dem SADKO (zu meiner Zeit mit Fässern und Ochsenkarren) holen
  2. Wasser holen
  3. Zement ranschleppen – schwere Säcke!
  4. Sand, Zement und Wasser (das Mischverhältnis habe ich leider vergessen) anrühren
  5. In einen Eimer füllen
  6. Auf den Steinen gleichmäßig verteilen – mit einer Spachtel
  7. Mit einer Extra Schicht wässrigen Beton „glasieren“, damit man  später gut putzen kann

Dann Ausruhen bis alles trocken ist.

Was mich immer wieder beeindruckt, ist, dass in Ambohitsara alles so mühsam ist. Auch wenn man sich die Schule so ansieht – was für ein Unterschied zu den Schulen in Europa:  wo gibt es da einen Fußboden aus Erde…. Und trotzdem sind unsere Schüler sehr fröhlich und dankbar, dass sie hingehen können. Auch unsere Mitarbeiter leisten sehr viel. Deswegen sind wir froh und danken Gott, dass wir ihnen ein gutes Gehalt geben können. Wir halten uns an das Mindestlohn-Gesetz, trotz der großen Herausforderung, die dies für uns bedeutet. Die anderen Arbeitgeber halten sich nicht daran und dementsprechend gering ist auch die Bezahlung.

Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen – vielen Dank für Eure Hilfe, Gebete, Spenden….

Gerne könnt Ihr Euch (weiterhin) an unseren Aktionen, besonders für die Schule, beteiligen. Wir freuen uns riesig über jeden Euro:

Schulpatenschaft: Mit 22 € kann 1 Kind 1 Monat zur Schule gehen. Bis jetzt haben wir ca. 81 Patenschaften. Wir brauchen aber viel mehr, da wir  ca. 600 Schüler haben.

 

 

Lehrer-Patenschaft: Mit durchschnittlich 110 € kann 1 Lehrer für 1 Monat bezahlt werden.

 

 

Bildung ist weiterhin der Armuts-Killer Nr. 1! Mach mit – es lohnt sich! Und es bereitet Freude, in die Gesichter der Kinder zu schauen, die durch Euch eine Zukunft haben.

Jeder Euro kommt an – Spenden werden gerne unter unserer Bankverbindung angenommen.

Vielen Dank für alle Gaben!  

Spenden per Banküberweisung

Empfänger: HOPE e.V. Madagaskar
IBAN: DE36622515500220012366
Bank: Sparkasse Hohenlohekreis  (Deutschland)
BIC: SOLADES1KUN
Verwendungszweck: Madagaskar
+ Ihre Anschrift  (für Ihre jährliche Spendenbescheinigung)
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