Der SADKO – letzte Rettung für viele

So sah der SADKO neu aus

Seitdem wir den SADKO 2018 mit Eurer Hilfe angeschafft haben, ist er fast rund um die Uhr im Einsatz.

So sah er im Oktober 2018 neu aus – später als er lackiert werden musste, haben wir rote Farbe gewählt, weil Weiß wegen dem roten Staub sehr ungünstig war.

 

 

Er ist unser Transportmittel, wenn wir Lebensmittel für die Schulkantine brauchen, für Baumaterial, oder wenn wir Menschen irgendwo hin transportieren müssen. Wir haben auch schon oft LKW’s geholfen, die sich auf der Piste festgefahren haben… Und vieles mehr.

Die Pisten sind abenteuerlich und herausfordernd in der Regenzeit. Manchmal hat der SADKO sich festgefahren und muss sich selber wieder herausziehen. Dafür haben wir eine Seilwinde. Sie wird dafür an einem Baum befestigt…

 

Durch solche Wege, die normalerweise für normale Autos nicht befahrbar sind, ist der Verschleiß sehr hoch. Der SADKO muss deswegen zwei mal im Jahr zur Generalüberholung nach Tana. Was natürlich Kosten verursacht. Vielen Dank an alle, die dafür gespendet haben.

Zusätzlich wird das Evangelium überall „verkündet“, wo der SADKO hinkommt. Vorne auf der Windschutzscheibe steht „Halleluja“. Außen, auf der Plane, sind große Aufschriften aufgebracht: “ Jesus liebt dich“ und „Jesus lebt“.

Und natürlich rettet er Leben über Leben, weil er der einzige „Krankenwagen“ ist, der auch in der Regenzeit nach Port-Berger oder in die Dörfer kommt… Manchmal sind die Menschen dem Tode nah, weil sie eine sehr ernste Krankheit, Unfall oder sonst etwas erlitten habe. Ich weiß, wovon ich rede, weil ich das auch erlebt habe. Und wenn dann ein Auto kommt, dich holt und dahin bringt, wo man dir helfen kann, das ist einfach unglaublich und ein Wunder für die Leute. Es ist, als ob sie ihr Leben nochmal geschenkt bekommen.

Auch für das mobile Team, das die Leute in ihren Dörfern besucht, ist der SADKO nicht mehr wegzudenken.

Vielen Dank an jeden von Euch, der dazu beigetragen hat – ob in Form von Spenden oder Gebet oder anderem.

Suzette, Florisse und Pilavi

Heute möchte ich Euch die Geschichte von Suzette und Florisse erzählen. Wir kennen Suzette, ihre Schwester Florisse, ihren Bruder Pilavi und den Vater, „Zama’ny Michelin“ schon seit 2009. Zama’ny Michelin ist Hausbauer, hat ab und zu für das Missionszentrum gearbeitet und von ihm haben wir auch das Grundstück bekommen, auf dem jetzt der Staudamm für die Wasserversorgung Ambohitsaras steht. Leider hat er bis jetzt noch nicht zu Jesus gefunden. Einige seiner 9 Kinder aber schon.

Pilavi ist begeisterter Christ und in der Schülermission in Ambohitsara tätig. Er ist einer der besten Schüler der Missionsschule und hat schon viele Preise gewonnen.

Florisse und Suzette kennen wir noch, als sie kleine Mädchen waren. Sie waren die ersten Kinder, die immer mit den ausländischen Missionaren gespielt haben und “ immer da“ waren. Aber irgendwie hatte die Familie in den letzten Jahren „Pech“. Die Mutter starb vor 3 Jahren bei einer komplizierten Geburt. Olga, die jüngere Schwester von Suzette, kümmert sich bis jetzt um ihre kleineren Geschwister.

Vor 2 Jahren starb auch Florisse. Wir haben ihre Geschichte erst vor einigen Wochen erfahren. Sie litt unter einem Gen Defekt – Sichelzellanämie. Bei dieser Krankheit verformen sich die roten Blutkörperchen sichelartig, können nicht mehr so viel Sauerstoff tragen und verstopfen die Gefäße. Die Leute leiden ständig unter Anämie und Folsäuremangel. Bei starker körperlicher Anstrengung können sie eine Krise bekommen und sterben. Aber es war nicht bekannt, dass Florisse – und noch andere Familienmitglieder – diese Krankheit hatten. Florisse litt anscheinend ständig unter Konzentrationsschwierigkeiten, ihre Leistungen in der Schule waren schlecht und sie verließ die Schule ca. 2019 mit 16 Jahren. Später entschied sie sich,  nach Port-Berger zu ziehen und als Hausmädchen (bügeln, kochen, putzen…) dort zu arbeiten. Sie war laut Roseline dort glücklich.

Am Unabhängigkeitstag 2021, dem 26. Juni, wollte sie nach Hause gehen, um dort mit ihrer Familie zu feiern. Dieser Tag ist ein großer Festtag in Madagaskar, jeder möchte ein neues Kleid haben und mit der Familie feiern. Sie ging dann zu Fuß mit einer Gruppe von anderen jungen Leuten nach Ambohitsara. Das ist ein Fußmarsch von 8 Stunden. Einige Tage später wurde sie krank und starb nach 2 Tagen – wie man später herausfand,  auch an Sichelzellanämie. Vermutlich war der anstrengende Fußmarsch der Auslöser. Dr. Roseline schrieb dazu: “ sie war glücklich mit diesem Leben – und bevor sie die Erde verließ, übergab sie Jesus Christus ihr Leben. Das ist unser Trost in dieser Geschichte“.

 

Suzette, ihre jüngere Schwester, hatte auch (unerkannt) diese Krankheit. Anatole, unser Projektdirektor beschreibt sie als sehr engagierte Mitarbeiterin der Schulkantine. Sie ist sehr treu und arbeitet mit vollem Einsatz, wenn alle anderen nur noch halbherzig mitmachen.

Ich kenne sie gut, sie hat bei unserem Missionseinsatz 2018 immer für die Ausländer gekocht. Sie ist im Moment die einzige in dieser großen Familie, die regelmäßig Geld verdient. Sie hat eine eigene kleine Hütte, aber ist nicht verheiratet (leider) und hat 2 kleine Kinder. Die Väter dieser Kinder haben kurze Zeit in Ambohitsara gearbeitet (einer war Mechaniker), haben das Dorf verlassen und sind nie wieder aufgetaucht.

So sind leider viele Männer in Madagaskar, die Jesus nicht kennen.  Wenn sie wegen einer Arbeitsstelle irgendwo anders hingehen, werden sie oft, wenn sie verheiratet sind,  ihrer Frau untreu und haben überall Kinder. Sie hinterlassen eine Spur der Verwüstung im Leben von Frauen.

Suzette hat ihr Leben durch ihr Gehalt finanziert und hat noch die Familie unterstützt. Bei der Erweckungswoche bekehrte sie sich und übergab ihr Leben Jesus Christus. Kurz danach – wegen der Geburt ihres 2. Kindes – brach die Krankheit bei ihr auch aus. Ihr Familie wollte ihr nicht helfen. Sie wollten sie nur – aus Kostengründen – zum Schamanen schleppen. Das hat Suzette aber strikt abgelehnt. Sie wäre gestorben, wenn Dr. Roseline sie nicht genommen  und mit dem SADKO nach Antsohihy transportiert hätte. Dort hat sie eine Bluttransfusion bekommen.  Das Missionszentrum hat alle Kosten übernommen, da ihre Familie nichts für sie bezahlen wollte. Ansonsten hätte sie nicht überlebt.

Als sie wieder transportfähig war, wurde sie zurück ins Krankenhaus nach Ambohitsara gebracht. Sie sagte:“ Ich möchte bei den Evangelisten wohnen“. Sie meint, wenn sie bei den Evangelisten wohnt, dann wohnt sie bei Jesus. Sie liebt Jesus so sehr…..

Sie liegt jetzt immer noch im Krankenhaus in Ambohitsara. Man hat sie in ein Zimmer des Labors gelegt, damit sie nicht allein ist. Dort sind immer Menschen und jeder kann ab und zu bei ihr vorbeischauen. Sie kann noch nicht laufen, weil sie so schwach ist, aber sie kann jetzt alleine sitzen. Wenn man die Bilder 2018 und jetzt vergleicht, ist sie nur noch „Haut und Knochen“

Suzette braucht weiterhin unsere Hilfe – sowohl körperlich, als auch geistlich. Sie braucht gutes Essen – so lange wie möglich. Leider hat sie nicht genug Milch für ihr Baby, wegen ihres geschwächten Zustandes. Sie muss mit Flaschenmilch zufüttern. Das alles kostet Geld. Sie braucht ca. 70 Euro pro Monat dafür. Sie verdient aber nur ca. 60 Euro pro Monat. Und sie hat ja auch noch andere Ausgaben: das erste Kind, ein kleines Mädchen, ist jetzt 3 Jahre alt, wird bald in den Kindergarten gehen usw….

Deshalb möchten wir als Missionszentrum 2 Dinge tun:

  1. Wir suchen einen Paten für Suzette, der für ca. 1 Jahr die Kosten ihrer Medikamente, ihrer „Diät“ (viel Eiweiß und Mineralstoffe), und der Flaschennahrung ihres Kindes übernehmen kann. Das wären ca. 70 Euro pro Monat.

2. Wir wollen eine Finanzierung, wie das 1-Euro-Projekt gründen:  einen „Notfall-Fond“, in den Leute spenden können und der dann für ähnliche Fälle benutzt werden kann. Damit meine ich jetzt nicht alle Schwerkranken, sondern nur Leute, die an einer tödlichen Krankheit leiden, es finanziell nicht alleine schaffen, und sonst sterben würden.

Normalerweise betreut eine Mutter ihre Tochter bis zu 3 Monaten, nachdem sie entbunden hat. Die Töchter müssen in der Zeit nichts tun, als sich um ihr Baby zu kümmern. Die Mutter kümmert sich um den Haushalt und um die kleineren Geschwister. So ist das in dieser Kultur.

Aber anscheinend hat man Suzette nach der Entbindung völlig allein gelassen. Sonst wäre ihr körperlicher Zustand nicht so schlecht gewesen. Ihre Mutter ist zwar gestorben, aber sie hat ja noch zahlreiche andere weibliche Verwandte und auch eine Stiefmutter. Aber sie sagen immer das gleiche: „Wenn du gesund sein willst, kehre zurück zu den Ahnen“. Sie haben auch Angst, nachdem die Schwester und die Mutter gestorben sind – eine Rache der Ahnen, denken sie sicherlich. Das ist der zweite Grund, warum das Missionszentrum Suzette im Labor behalten hat. Damit jemand sich um sie kümmert, weil ihre Familie zur Zeit nicht in der Lage ist, es es zu tun.

Bitte betet für Suzette. Sie ist erst vor kurzem zum Glauben gekommen und erlebt jetzt eine große Anfechtung und Prüfung. Zusätzlich übt ihre Familie Druck auf sie aus, wieder zum Ahnenkult zurückzukehren.

In der Bibel steht: Römer 5, 3-5 „Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt,
4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung,
5 Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“

Andersherum: wenn wir bedrängt werden, wenn wir jeden Tag schon mit Tränen beginnen, wenn wir uns fragen, „nimmt dieser Tag nie ein Ende?“, wenn wir denken, wir packen es einfach nicht mehr…. führt das zu Geduld. Aus der Geduld heraus kommt Bewährung oder Erfahrenheit. D.h. wir sammeln Erfahrung im Glauben und das nächste Mal, wenn wir in so einer Situation sind, haben wir Hoffnung. Hoffnung, weil Gott uns das letzte Mal auch rausgeholt hat und wir wissen, dass wir nicht in Schimpf und Schande enden werden. Und: wir haben ein lebendige Hoffnung – und die heißt Jesus.

Im Buch Offenbarung steht über die Christen, die aus der großen Bedrängnis kamen, geschrieben: Offb. 12,11  „Und sie haben ihn (den Teufel) überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod.“

Wenn Suzette das alles überstanden hat, wird sie eine bewährte Zeugin sein.  In einer der Predigten hier in der Kirche, hörte ich: „Aber auch Dein Leid hat einen Grund: davon bekommst du die Kraft des Zeugnisses. Du hast das durchgemacht und was du zitierst, ist geprüft. Nicht nur, du bezeugst es, sondern du machst das durch, was du zitierst, damit dein Zeugnis Kraft bekommt…“ Und wer kann Dir denn dann noch widersprechen?

Noch einmal, vielen Dank für Eure Treue, Fürsorge, Hilfe, Spenden und Gebete. Die Kinder des Bongolava-Gebirges und Suzette sagen: „Misaotra betsaka – vielen Dank“

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