Einweihung der Nähwerkstatt, News aus dem Krankenhaus und mehr…
Die Nähwerkstatt ist eröffnet
Am selben Tag, an dem das Krankenhaus eingeweiht wurde, fand auch die Eröffnung unserer Nähwerkstatt statt.
Alle waren neugierig und wollten sie natürlich gleich besichtigen. Es wurde gebetet, gesungen und es gab einige Ansprachen.
Alles in allem war es ein wirklich gelungenes Fest. Auch wenn der Grund für die Eröffnung der Nähwerkstatt ganz speziell ist: diese jungen Frauen (Ex-Prostituierte) haben Jesus ihr Leben übergeben und wollen nicht mehr in Sünde leben. So können sie jetzt ihren Lebensunterhalt auf ehrbare Weise selbst verdienen. Mehr dazu in meinem vorletzten Blogeintrag.
Inzwischen ist die Nähwerkstatt bereits in Betrieb. Die ersten T-Shirts und Polo-Shirts werden schon von den Frauen genäht.
Der Bedarf ist auf jeden Fall da. Schülerinnen und Schüler tragen hier normalerweise Schuluniformen – ein Polo-Shirt mit Shorts oder Rock. Und zwar nicht nur bei uns in Ambohitsara, sondern im ganzen Landkreis.
Sogar aus Port-Bergé sind bereits die ersten Bestellungen von Schulen eingegangen. Unser Projektdirektor hält sie im Moment allerdings noch zurück. Er möchte zuerst sicherstellen, dass die Qualität stimmt. Schließlich soll die Nähwerkstatt von Anfang an einen guten Ruf bekommen – und keine schlechte Werbung machen.
Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickelt. Vielleicht werden später auch andere Kleidungsstücke hergestellt – und wer weiß, vielleicht entsteht daraus sogar einmal eine richtige „Missionszentrums-Marke“.
Kurzzeitmissionseinsatz 2026
Heute startet unser diesjähriger Kurzzeitmissionseinsatz, Teil 2.
Die Missionare standen schon lange vorher in den Startlöchern. Es wurde gebetet, gepackt, organisiert und geplant. Meetings folgten auf Meetings – die Vorfreude stieg.
Mit dabei sind 8 junge Leute – unsere „Young Lions“. Sie freuen sich riesig darauf, Gott in Madagaskar zu dienen und dabei ganz praktisch in ihre Berufung hineinzuwachsen.
Wir werden gemeinsam Jesus anbeten, Teachings haben und in die umliegenden Dörfer gehen. Dort bauen wir Gemeinden, evangelisieren, dienen den Menschen in ihren Häusern und packen überall mit an, wo Hilfe gebraucht wird.
Bei einem solchen Einsatz – sofern es sich nicht um einen medizinischen Facheinsatz handelt – ist es übrigens völlig zweitrangig, was jemand beruflich kann oder welches Programm er sich ausgedacht hat.
Unsere einheimischen Leiter waren zum Beispiel begeistert von Inge. Sie war immer fröhlich, positiv und hat einfach überall mit angepackt, wo Hilfe gebraucht wurde.
Ihr Kommentar dazu war typisch Inge:
„Das Wetter ist toll, das Essen lecker und die Leute sind freundlich und wir konnten das Evangelium verkündigen.“
Mehr braucht es manchmal gar nicht.
- Am Flughafen
- Inge
Betet mit uns
Bitte betet für den Einsatz. Betet, dass Gottes Reich auf dem Bongolava-Gebirge weiter wächst und seine Kraft dort noch deutlich sichtbarer wird.
Wenn jemand die jungen Leute zusätzlich unterstützen möchte, freuen wir uns sehr. Für diese große Gruppe (insgesamt sind wir 12) müssen wir noch einiges anschaffen. Es ist einer der größten Einsätze, die wir bisher hatten.
Unser Gästehaus in Tana ist auf so viele Gäste noch nicht eingerichtet. In Ambohitsara werden wir im Bereich der Grundschule untergebracht sein – auch dort fehlt noch einiges an Ausstattung.
Die meisten Dinge werden wir direkt in Tana einkaufen und anschließend mitnehmen.
Ein großer Teil konnte bereits finanziert werden. Die Matratzen für das Gästehaus und auch die großen Zelte für die Einsätze in den Dörfern wurden bereits gesponsert. Darüber freuen wir uns riesig.
Offen sind noch zwei wichtige Anschaffungen:
- Solarlampen für den Außenbereich (auch für mehr Sicherheit) – 2.240 Euro
- Ein Solar-Beleuchtungssystem für die Innenräume inklusive Akkus – 1.000 Euro
Das Schöne daran: Diese Anschaffungen dienen nicht nur dem Einsatz. Danach bleiben sie dauerhaft im Missionszentrum.
Die Zelte können später für Großevangelisationen in den Dörfern genutzt werden oder um Mitarbeiter unterzubringen. Matratzen brauchen wir ohnehin ständig. Und das Beleuchtungssystem wird später einmal ein großer Segen für unsere Schülerinnen und Schüler sein.
Zeit der Veränderung
Wenn ich daran denke, wie alles in Ambohitsara angefangen hat, kann ich immer wieder nur staunen.
Der erste Kurzzeiteinsatz fand 2009 statt. Damals waren wir noch nicht dabei, dafür aber unsere beiden Kinder. Den zweiten Einsatz, im Jahr 2010, durfte ich leiten.
Ich erinnere mich noch genau daran, wie wir mit einer ganzen Karawane von Ochsenkarren nach Ambohitsara gezogen sind. Auf dem Sarety-Weg – dem Weg für Ochsenkarren – gab es damals eine kleine Holzbrücke. Wer sie überquert hatte, war gefühlt jenseits der Zivilisation.
Es war jedes Mal wie der Übergang in eine andere Welt. In eine Welt ohne Zeit.
Schon nach kurzer Zeit verlor man völlig das Gefühl dafür, welcher Tag gerade war oder welches Datum. Selbst die Uhrzeit spielte keine Rolle mehr. Handys gab es damals noch nicht. Man hat einfach gelebt.
Jeder Tag war ein neues Abenteuer.
Dabei gab es eigentlich kaum etwas. Wir schliefen in einfachen Lehmhütten mit Strohdach. Es gab weder Strom noch fließendes Wasser. Abends brannten Kerzen, und das Wasser wurde jeden Morgen um vier Uhr von den Mitarbeitern des Ackerbau-Teams aus dem Fluss geholt. Sie füllten damit die großen blauen Wassertonnen – und das musste dann für den ganzen Tag reichen.
- Wasser holen
- Kochen
- Wäsche waschen
- Esstisch
Bei späteren Einsätzen bin ich oft nachts gereist. Ich saß neben einem meiner Neffen auf der Ochsenkarre und konnte während der ganzen Fahrt die Milchstraße sehen.
Man sah nichts als Sterne.
Es fühlte sich an, als würden wir direkt über den Himmel fahren.
Es war so still. Man hörte nur das Knarren der Wagenräder, das Schnauben der Ochsen und manchmal das Rauschen eines Baches.
Manchmal vermisse ich diese Zeit.
Heute ist vieles ganz anders.
Es gibt Wasser aus der eigenen Wasserstelle. Strom durch die Solaranlage. Sogar eine Straßenbeleuchtung – nachts braucht man nicht einmal mehr eine Taschenlampe.
Früher wäre das undenkbar gewesen. Ohne Taschenlampe oder Kerzen war man nachts völlig aufgeschmissen.
Und auch die Ochsenkarren gehören für uns weitgehend der Vergangenheit an. Heute fahren wir mit dem SADKO oder den Motorrädern.
- Ninja-Turtles
Wenn ich all das sehe, wird mir wieder bewusst, wie viel Gott in diesen Jahren verändert hat.
Krankenhaus
Die erste Patientin
Noch ein schöner Nachtrag aus unserem Krankenhaus:
Die erste Patientin, die per Kaiserschnitt entbunden wurde, konnte gesund und fröhlich nach Hause gehen. Solche Momente machen uns große Freude und ermutigen das ganze Team.

Die Epidemie hält an
Leider ist die Epidemie immer noch nicht vorbei.
Eigentlich dachte ich schon, dass sie langsam abklingt. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Viele Patienten leiden an einer Mischinfektion aus Malaria, Typhus und weiteren Erkrankungen. Diese Kombination ist besonders tückisch. Betroffen sind Menschen jeden Alters, aber kleine Kinder sind am stärksten gefährdet.
In den vergangenen Tagen haben wir leider wieder vier Kinder verloren.
Alle kamen aus den umliegenden Dörfern. Die Eltern waren zunächst bei den Schamanen. Erst als ihre Kinder bereits bewusstlos waren, brachten sie sie zu uns ins Krankenhaus.
Wären sie früher gekommen, hätten wir ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit helfen können.
Aber da war es leider zu spät.
Eine Geschichte, die uns sehr bewegt hat
Eine Familie hat uns besonders beschäftigt.
Sie kam mit zwei kleinen Jungen ins Krankenhaus.
Der jüngere war bereits so schwer krank, dass er heftige Krampfanfälle hatte. Wir konnten nichts mehr für ihn tun.
Der ältere Bruder konnte erfolgreich behandelt werden.
Doch die Eltern waren durch den Tod ihres jüngeren Sohnes so überwältigt von ihrer Trauer, dass sie die Behandlung des älteren Jungen nicht mehr konsequent fortsetzten. Die Medikamente wurden vermutlich nicht regelmäßig gegeben.
Als die Familie wieder zurück im Dorf war, starb auch er.
Das macht uns jedes Mal aufs Neue traurig.
Dabei hätte beides verhindert werden können, wenn die Familie rechtzeitig gekommen wäre. Die Behandlung des jüngeren Jungen wäre nahezu kostenlos gewesen, und auch die Behandlung des älteren hätte nur sehr wenig gekostet.
Neue Krankheiten breiten sich aus
Inzwischen sind leider weitere Infektionen hinzugekommen.
Neben Malaria und Typhus kämpfen wir jetzt zusätzlich mit Masern, Amöbenruhr und Bilharziose. Diese Krankheiten sind nicht neu in dieser Gegend, aber sie treten jetzt eben als Epidemie kompakt auf.
Immer mehr Kranke kommen mit ihren Ochsenkarren zu unserem Missionszentrum.
Für viele ist es ihre letzte Hoffnung.
Bitte betet für die Menschen
Bitte betet besonders für die Menschen auf dem Bongolava-Gebirge.
Viele sind tief im Ahnenkult verwurzelt. Deshalb gehen sie fast immer zuerst zum Schamanen und verlieren dadurch wertvolle Zeit.
Hinzu kommt ihre große Angst vor den sogenannten Ahnengeistern.
Es gilt als „fady“ – also als verboten –, Verstorbene durch bestimmte Gebiete zu transportieren. Viele Menschen leben in der ständigen Furcht, die Geister könnten ihnen schaden.
Deshalb erleben wir immer wieder etwas sehr Trauriges:
Wenn Eltern bei ihrem Kind nicht schnell genug eine sichtbare Besserung erkennen, holen sie es aus dem Krankenhaus und machen sich auf den Heimweg. Sie möchten verhindern, dass das Kind unterwegs stirbt. Lieber soll es noch im eigenen Dorf sterben.
Das ist schwer mit anzusehen.
Hoffnung, die sichtbar wird
Es gab auch schon einen Fall, bei dem Dr. Roseline ein Kind unter dem Protest der Eltern wieder aus dem Dorf zurück ins Krankenhaus holte.
Sie fuhr mit dem SADKO dorthin und erklärte den Eltern, dass sie die volle Verantwortung für das Kind übernehmen würde. Sollte es sterben, würde sie es selbst wieder mit dem Auto ins Dorf zurückbringen.
Schließlich stimmten die Eltern zu.
Eine Woche später konnte Dr. Roseline das Kind gesund und lebendig zurückbringen.
Selbst der Dorfälteste sagte daraufhin:
„Halleluja“– so wird unser Missionszentrum dort genannt – liebt uns wirklich!“
Die größte Hoffnung
Am sichersten ist ein Kind, wenn seine Eltern Jesus kennengelernt haben, sich vom Ahnenkult abgewandt haben und ihr Vertrauen auf ihn setzen.
Sie gehen nicht zuerst zum Schamanen, sondern rechtzeitig ins Krankenhaus. Sie wissen, dass dort medizinisch geholfen wird – und dass auch für ihr Kind gebetet wird.
Im Krankenhaus hängt deshalb ein einfacher Satz, der unsere Arbeit gut beschreibt:
- Patienten kommen im Ochsenkarren
„Wir behandeln – Jesus heilt.“
Danke!
Zum Schluss möchte ich einfach Danke sagen.
Danke an alle, die für uns beten und unsere Arbeit tatkräftig finanziell unterstützen – der Bedarf wird eher größer als kleiner, weil das Missionszentrum wächst.
Unser Kleinkinderfonds wird vermutlich schon bald wieder aufgebraucht sein. Deshalb bitten wir euch auch hier um Gebet, dass Gott ihn wieder füllt und wir weiterhin jedem Kind helfen können, das zu uns gebracht wird.
Die Menschen des Bongolava-Gebirges sagen: Misaotra betsaka – vielen Dank.



























