Die Einweihung unseres OP-Krankenhauses in Ambohitsara – ein Tag, den wir nie vergessen werden
Heute möchte ich Euch von einem ganz besonderen Ereignis erzählen: der Einweihung unseres neuen OP-Krankenhauses in Ambohitsara.
Schon Monate vorher liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Überall wurde gearbeitet, gebaut und organisiert. Sogar Wegweiser wurden entlang der Pisten aufgestellt, damit sich niemand mehr verfährt – was in der Vergangenheit tatsächlich schon vorgekommen war.
- Schilder
(klicke auf die Bilder und sie werden groß)
Das ganze Dorf wurde für diesen besonderen Tag herausgeputzt. Müll wurde eingesammelt, Gras geschnitten, Wege gefegt und Gebäude gereinigt. Zusätzlich entstanden neue sanitäre Anlagen. Vor dem Krankenhaus wurde ein Wasserturm errichtet, der das gesamte Gebäude mit sauberem Leitungswasser versorgt – direkt aus dem Wasserhahn. Für die Menschen vor Ort ist das etwas ganz Besonderes.
Unser SADKO war unermüdlich im Einsatz und fuhr unzählige Male hin und her, um Baumaterial, Lebensmittel, Ausrüstung und Gäste zu transportieren.
- Wasserturm
- SADKO
- …muss x-mal hin und her fahren
- Fahne vor dem Krankenhaus, darf nicht fehlen
- Kuchen für die Feier
- Deko wird angebracht
Meine Güte! Ich bin schon jetzt gespannt, wie Ambohitsara aussehen wird, wenn ich im August wieder dort bin. Wahrscheinlich werde ich vieles kaum wiedererkennen.
Hochrangige Ehrengäste
Die Einweihung entwickelte sich zu einem Großereignis. Zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesundheitswesen waren angereist, unter anderem:
- die Vertretung der Gesundheitsministerin aus Tana
- der Präfekt von Antsohihy
- der Vertreter des Regionalpräsidenten der Region Sofia
- der Abgeordnete des madagassischen Parlaments von Port-Berger
- der Abgeordnete des madagassischen Parlaments von Süd-Madagaskar
- der Direktor für technische und berufliche Bildung
- Der Präfekt von Port-Berger
- die Bürgermeister der Gemeinden Andranomena und Port-Berger
…und viele weitere Persönlichkeiten.
Insgesamt kamen über 2.000 Gäste aus den umliegenden Kommunen. Der Weg zum Krankenhaus war voller Menschen – ein sehr beeindruckendes Bild.
Natürlich wollten wir alle Gäste bewirten. Dafür wurden fünf Rinder geschlachtet. Einige davon waren Geschenke der Bevölkerung – als Ausdruck ihrer ganz besonderen Dankbarkeit.
- Das Küchenteam – es wird gekocht
Sogar drei Fernsehsender berichteten über die Feierlichkeiten und strahlten später sogar landesweit Filmaufnahmen im Fernsehen aus. Viele Reden wurden gehalten….
- Politiker
- Die Abgeordneten (Deputaten) des Parlaments aus Tana
- Zuhörer
- Pastoren
Besonders bewegend war die Rede des Abgeordneten von Port-Berger. Er erklärte, wie stolz er auf dieses Krankenhaus sei. Es sei seiner Meinung nach das modernste Krankenhaus der gesamten Region und nur noch mit dem Krankenhaus in Antsohihy vergleichbar.
Er kündigte außerdem an, sich für den Bau eines „Highways“, einer geteerten Straße nach Ambohitsara einzusetzen. Eine gute Straßenverbindung würde künftig vielen schwerkranken Menschen den rechtzeitigen Weg ins Krankenhaus ermöglichen.
- Rundgang innen
- Die Ehrengäste
- …beim Essen
- Die Dorfbevölkerung beim Essen
Unsere deutsche Vertreterin
Auch Inge, eine Kurzzeitmissionarin aus Deutschland war mit dabei, hat Fotos gemacht, mehrere Reden gehalten und als unsere deutsche Vertreterin fungiert. Inge war vorher einige Monate in Thailand, wo sie in Chiang Mai in einem Internat für Missionarskinder, als Lehrerin gearbeitet hatte. Sie fühlt sich in Ambohitsara „pudelwohl“ – „das Essen ist lecker, das Wetter toll und die Leute sind freundlich“.
Neben ihrer sonstigen Tätigkeit im Missionszentrum begleitet sie auch unsere Evangelisten in die umliegenden Dörfer. Dort hilft sie bei Alphabetisierungskursen für Erwachsene, Kinderarbeit und Evangelisationen.
Wir sind sehr dankbar, dass sie bei uns ist.
- Inge
- Der Landrat vom Landkreis Port-Berger (Präfekt)
Ein traditionelles Willkommensgeschenk
Wie es in Madagaskar üblich ist, erhielt jeder Ehrengast als Zeichen der Wertschätzung ein Lamba, das traditionelle madagassische Wickeltuch.
- Die Ehrengäste bekommen 1 Lamba
Anbei einige Links zu youtube videos:
Tanzende Frauen
Die Rede von Inge (auf Englisch)
Die Ehrengäste bekommen „Lambas“
Der erste Patient – und ein entmachteter Fluch
Nach der Einweihung nahm das Krankenhaus offiziell seinen Betrieb auf.
Doch auch die örtlichen Schamanen blieben nicht untätig. Sie sprachen einen Fluch aus: Der erste Patient, der im neuen Krankenhaus operiert werde, müsse sterben.
Der Hintergrund war, dass wir kein Opfer für die Ahnen dargebracht hatten. Sie warfen uns vor, die Ahnen weder geehrt noch um Erlaubnis für den Bau des Krankenhauses gebeten zu haben.
Aber so etwas tun wir nicht – wir gehen einen anderen Weg: Wir ehren nur Jesus! Wir halten regelmäßig Andachten – jeden Montag für alle Mitarbeiter und täglich im Krankenhaus. Darüber hinaus gibt es Gebetsveranstaltungen, Gebetsnächte, Gottesdienste und Hauskreise. Die Menschen suchen Gott im Gebet.
- Montagsandacht des Krankenhauses
- Mpiandry – „Hirten“
- Pastor Lezara
Dann kam der erste Notfall.
Eine 28-jährige Frau wurde eingeliefert. Sie erwartete ihr drittes Kind und war zuvor noch nie bei uns gewesen. Auch Vorsorgeuntersuchungen hatte sie nicht wahrgenommen.
Ihr Zustand war lebensbedrohlich.
Offenbar hatte man zuvor versucht, die Geburt einzuleiten, indem die Fruchtblase durchstochen wurde. Das Fruchtwasser war bereits abgegangen, doch die Geburt setzte nicht ein.
Als sie schließlich nach Ambohitsara gebracht wurde, litt sie bereits unter schweren Infektionen. Vermutlich hatte außerdem der Kopf des Kindes die Nabelschnur abgedrückt, sodass das ungeborene Baby bereits schwere Schäden erlitten hatte.
Das Kind konnte trotz aller Bemühungen leider nicht mehr gerettet werden – es starb nach etwa 12 Stunden. Die Mutter jedoch überlebte. Für uns ist das ein großes Wunder und ein Grund zu tiefer Dankbarkeit: Wir behandeln – Jesus heilt und rettet. Der ausgesprochene Fluch erfüllte sich nicht. Der erste Patient starb nicht!
Bitte betet weiter
Bereits in den nächsten Wochen stehen vier weitere Operationen auf dem OP-Plan.
Besonders brauchen wir Verstärkung für Dr. Roseline. Der zweite Chirurg wird erst am 10. August eintreffen. Bis dahin trägt sie nahezu die gesamte Verantwortung allein. Sie ist zwar gesundheitlich sehr robust, aber eben auch nicht mehr die Jüngste.
Auch das „alte Krankenhaus“ bleibt unverzichtbar
Auch unser bisheriges Krankenhaus im Dorf ist weiterhin stark ausgelastet.
Unser größtes Gebetsanliegen ist nach wie vor, dass die Menschen rechtzeitig zu uns kommen. Normalerweise erleben wir in unserem Krankenhaus nur sehr selten, dass ein Kind stirbt – und dafür sind wir unglaublich dankbar. Umso schwerer waren die letzten Tage: Wir mussten zwei Kleinkinder verlieren.
Die Malariaepidemie, von der Benjamin bereits in seinem Broadcast berichtet hat, ist leider noch immer nicht vorbei. Trotzdem kommen viele Eltern mit ihren kranken Kindern erst dann zu uns, wenn es fast zu spät ist – obwohl die Behandlung für Kinder unter fünf Jahren praktisch kostenlos ist.
Oft suchen sie zunächst einen Schamanen auf. Erst wenn sich der Zustand ihres Kindes dramatisch verschlechtert, kommen sie ins Krankenhaus. Dann leiden viele der kleinen Patienten bereits unter einer so schweren Blutarmut, dass nur noch eine Bluttransfusion ihr Leben retten kann.
Kinder aus Christen-Familien haben dabei oft einen entscheidenden Vorteil: Ihre Eltern beten, bringen sie in der Regel direkt ins Krankenhaus und verlieren so keine wertvolle Zeit.
Deshalb möchten wir eine Blutbank aufbauen.
In unserem neuen Krankenhaus dürfen wir endlich Bluttransfusionen durchführen – etwas, das uns bisher nicht erlaubt war. Dafür brauchen wir allerdings noch Gefriertruhen und weitere technische Ausstattung.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die das 1-Euro-Projekt unterstützen. Eure Spenden retten ganz konkret Kinderleben.
Was Gott aus einem kleinen Anfang gemacht hat
Wenn ich heute auf Ambohitsara blicke, bin ich einfach nur dankbar. Und ich weiß: Ohne euch wäre all das nie möglich geworden.
Als wir 2009 angefangen haben, gab es dort nur eine kleine Krankenstation mit drei winzigen Räumen. In einem wohnte der Krankenpfleger, die beiden anderen dienten als Behandlungszimmer.
Heute steht dort ein großes Krankenhaus. Aus einem kleinen Dorf ist eine wachsende „Stadt“ geworden.
- Um das neue Krankenhaus gibt es sogar einen Zaun und ein Tor
Und all das begann mit Glauben
Am Anfang waren es nur Benjamin und ich. Zwei Menschen mit einer Vision. Dann wurden wir vier. Und heute arbeiten viele Menschen gemeinsam daran, was Gott an diesem Ort entstehen lässt.
Ihr seid ein entscheidender Teil davon. Mit euren Gebeten, eurer Unterstützung und eurer Treue seid ihr Mitarbeiter in Gottes Weinberg und Gottes Erntefeld. Danke, dass ihr diesen Weg mit uns geht.
Gott hat uns in den 1990er Jahren eine Offenbarung/Vision davon gegeben, was er dort tun will. Wir waren einfach nur gehorsam – mehr nicht. Wir haben „den Preis dafür bezahlt“ – d.h. wir haben unser persönliches Leben zurückgestellt und es den Plänen von Jesus unterstellt. Es waren auch harte Jahre dabei. Wir haben auf vieles verzichtet. Wenn wir heute irgendwohin gehen, dann um Gottes Reich voranzubringen – und wir tun es gerne und bedauern nichts. Das ist eben der Preis. Aber das hat Jesus auch in seinem Wort gesagt – wer treu ist, wird das Ergebnis sehen: ein übernatürliches Wunder. Gott geht nie an Glauben und Opfer vorbei. Das ist die sogenannte „Natürliche Plattform“ für ein Übernatürliches Wunder. Mehr darüber könnt Ihr im Zeugnisbuch des Missionszentrums lesen (bei Amazon erhältlich, auch als Ebook – s. Link unten)
Zeugnisbuch des Missionszentrums
Ambohitsara 2024
Die ersten Zeichen einer Erweckung
Jetzt sehen wir schon die Vorboten einer geistlichen Erweckung in Ambohitsara. Die Mitarbeiter und auch die Schüler brennen für Jesus, obwohl die meisten sehr jung sind.
Früher waren Ehebruch und frühe Schwangerschaften in dieser Region nahezu selbstverständlich. Einige Mädchen wurden sogar ungewollt schwanger und mussten deshalb die Schule verlassen.
Jetzt sehen wir diese Tendenz stark rückläufig. Die Schüler wollen Jesus und sie wollen rein bleiben. Wenn sie einen Partner finden, dann möchten sie standesamtlich heiraten und danach erst Kinder bekommen. Früher war das umgekehrte: Ein Baby kam, die beiden haben traditionell geheiratet, aber so gut wie nie standesamtlich. Was dem Mann die natürliche Lizenz gab, die Frau mit den Kindern zu verlassen, wenn er eine „bessere“ gefunden hatte. Aber davon werde ich in einem meiner nächsten Blogs schreiben..
Bitte betet weiterhin für unser OP-Krankenhaus. Der Start ist geschafft, aber der Feind schläft nie.
…
Vielen Dank für Eure Unterstützung, auch finanzieller Art. Es ist eine Gabe, ein Same, eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnt. Das Reich Gottes funktioniert nicht so wie das Finanzsystem der Welt. Es ist umgekehrt. Bei Gott gilt das Prinzip von Saat und Ernte: Wer gibt, der bekommt selber mehr…. Das muss nicht unbedingt Geld sein. Es kann auch z.B. Gesundheit sein. Für alles Geld der Welt kann man sich keinen gesunden Körper „kaufen“. Auch nicht durch moderne Medizin, die ihre Grenze hat. Das geht einfach nicht. Oder Freude. Frag mal einen, der Depressionen hat – der würde alles dafür geben… Wer gibt, bekommt Segen – in Form von etwas, was er jetzt gerade dringend braucht. Es gilt: Wer ins Reich Gottes investiert, wird nie leer ausgehen. So haben wir es seit 2009 im Missionszentrum erlebt.
Die Menschen des Bongolava-Gebirges sagen:

Misaotra Betsaka – Vielen Dank!













































































