Betriebsstart OP-Krankenhaus und Nähwerkstatt

OP-Krankenhaus und Nähwerkstatt: Betriebsstart 29.5.2026

1. OP-Krankenhaus

Das Krankenhaus ist fertig! Fast alle Möbel und Geräte für die Inneneinrichtung wurden geliefert und von unserem Team aufgebaut. Wir sind Gott unendlich dankbar, dass alles – bis auf ein paar kleine Kratzer – ohne größere Transportschäden angekommen ist.

Was für ein Tag. Was für eine Gebetserhörung.
Hier steht ein Wunder zum Anfassen.

Seit 2012 lagen die Pläne für dieses OP-Krankenhaus bereits „in der Schublade“. So lange hat die Bevölkerung im Bongolava-Gebirge darauf gewartet. Und jetzt ist es endlich Realität geworden.

In letzter Minute wurde noch ein Erosionsschutz gebaut, damit das Gebäude während der Regenzeit keinen Schaden nimmt.

(klicke auf das Bild und es vergrößert sich)

So sieht das Zuhause der Leute in den Dörfern aus….

Die Menschen hier gehörten lange zu den „Vergessenen“ des Landes. Viele hatten die Hoffnung wahrscheinlich schon aufgegeben. Aber Gott bleibt treu – er bezahlt immer das, was er bestellt hat!

 

Zur Zeit Jesu lag die Lebenserwartung der Menschen auf dem Land oft nur bei etwa 35 Jahren. Viele Kinder erreichten das Erwachsenenalter nicht. Hunger, hohe Steuern und fehlende medizinische Versorgung prägten ihren Alltag. In Madagaskar sieht die Situation vielerorts noch immer ähnlich aus: Mehr als acht Prozent der Kinder erleben ihren 15. Geburtstag nicht. In abgelegenen Gebieten liegt die Zahl sogar noch höher. Besonders kritisch sind die ersten fünf Lebensjahre. Aber auch später sterben ca. 2 Prozent der Kinder und Jugendlichen – z.B. bei Unfällen mit Rindern auf dem Feld, durch Unterernährung….Sie leben wirklich am Existenzminimum. Wenn man ihr Zuhause (s. Bild oben) mit unserem vergleicht – was für ein krasser Unterschied…

Umso dankbarer sind wir für das 1-Euro-Projekt, durch das bereits viele Kleinkinder gerettet werden konnten.

Auch für junge Mütter bedeutet das neue Krankenhaus Hoffnung. Viele Mädchen werden hier bereits mit 12 oder 13 Jahren verheiratet. Komplikationen bei Geburten enden deshalb oft tödlich. Durch die Möglichkeit von Operationen – besonders Kaiserschnitten – können nun viele Leben von jungen Frauen gerettet werden.

 

Dank eines großzügigen Spenders konnten außerdem ein digitales Röntgengerät und zwei mobile Ultraschallgeräte angeschafft werden. Gerade für Schwangere sind diese Geräte enorm wichtig. So kann frühzeitig erkannt werden, ob eine natürliche Geburt möglich ist oder ein Kaiserschnitt notwendig wird. Im Notfall könnten die Geräte sogar in die Dörfer gebracht werden.

Auch die Betten stehen bereits in den Zimmern. Die Entbindungsstation soll so schnell wie möglich in das neue Gebäude umziehen. Die bisherigen Räume können danach als Wohnraum genutzt werden, denn im Missionszentrum ist es inzwischen sehr eng geworden. Vor allem die ledigen Mitarbeiter teilen sich oft zu dritt oder zu viert ein Zimmer. Durch das neue Krankenhaus mussten wir außerdem zusätzliches Personal einstellen.

Beim Aufbau gab es allerdings ein unerwartetes Problem:
Die Betten aus dem Rot-Kreuz-Krankenhaus passten kaum durch die Türen. In Madagaskar sind diese deutlich schmaler gebaut als in Deutschland. Daran hatte niemand gedacht. Doch auch dafür gibt es eine Lösung: Wir werden künftig mit rollbaren Tragen arbeiten – was im OP-Bereich ohnehin hygienischer ist.

Es gibt sogar Klimaanlagen! Sowas gibt es sonst nur in Städten!

Natürlich bringt das neue Krankenhaus auch Herausforderungen mit sich.

Durch die neuen Mitarbeiter steigen unsere monatlichen Fixkosten um etwa 2.300 Euro. Da die Menschen auf dem Plateau meist von der Landwirtschaft leben und kaum Bargeld besitzen, können diese Kosten momentan noch nicht durch Behandlungen gedeckt werden. Viele Familien besitzen zwar Rinder, aber nur wenig Geld. Und bis sich die Qualität der medizinischen Versorgung herumgesprochen hat und auch zahlungskräftigere Patienten kommen, wird es noch Zeit brauchen.

Deshalb sind wir unglaublich dankbar, dass der Großspender des Krankenhauses für die ersten fünf Jahre einen Großteil dieser Kosten übernimmt. Monatlich unterstützt er uns mit einem festen Betrag, der jedes Jahr schrittweise sinkt. Dadurch gewinnen wir Zeit, nach den langfristigen Lösungen zu suchen, die Gott bereits für uns vorbereitet hat.

 

Auch die Gehälter einiger Mitarbeiter müssen angepasst werden. Unser neuer Chirurg fordert – gemessen an den örtlichen Verhältnissen – ein vergleichsweise hohes Gehalt. Deshalb müssen wir nun auch Dr. Roseline (unsere Chefärztin und lokale Projektkoordinatorin) und Anatoles (unser Projekt-Direktor) Gehälter anpassen. Beide arbeiten seit Jahren mit großem Einsatz und haben lange keine Gehaltserhöhung erhalten. Roseline trägt zusätzlich Verantwortung für etwa 20 adoptierte Kinder. Außerdem geht es in Madagaskar nicht, dass die Chefs weniger verdienen, als ihr Chirurg.

Hinzu kommen künftig staatliche Sozialabgaben von 1 bis 2 Prozent, sobald das Krankenhaus offiziell in Betrieb geht.

Wer also (noch mehr) in das Reich Gottes investieren möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Und die „Rendite“? Du rettest buchstäblich Leben und schenkst Menschen Zukunft.

Oft denken wir: Wenn wir etwas geben, wird unser Kontostand auf der Bank weniger. Doch im Reich Gottes gelten andere Maßstäbe. Wer Gott etwas gibt – und besonders den Armen hilft – erlebt immer wieder, dass Gott vielfach zurückgibt. Genau darin liegt das Prinzip von „Saat und Ernte“.

Man kann es wunderbar in der Landwirtschaft beobachten: Ein Samenkorn verschwindet zunächst scheinbar spurlos in der Erde. Es ist weg, nicht mehr sichtbar. Doch genau dort beginnt neues Leben zu wachsen. Und wenn die Ernte kommt, entsteht aus einem einzigen Samen ein Vielfaches davon.

So wirkt auch Geben im Reich Gottes: Was man loslässt, bleibt nicht verloren – Gott macht mehr daraus und das bekommt man dann aus (meist einer anderen Quelle) zurück.

2. Nähwerkstatt

Auch die Nähwerkstatt konnte dank eines anderen großzügigen Spenders entstehen. Hinter diesem Projekt steckt jedoch eine sehr traurige Realität.

In vielen Dörfern der Region sind frühe Schwangerschaften und zerbrochene Ehen alltäglich geworden. Die ganze Gegend ist quasi „Ehebruch-verseucht“. Manche Eltern verheiraten ihre Töchter bereits mit 14 oder 15 Jahren, einige sogar mit 12. Dahinter steckt oft die Angst, dass die Tochter sonst unverheiratet schwanger wird und dadurch ihren „Wert“ verliert, d.h. man könnte keinen Brautpreis mehr für sie bekommen. Es ist erstaunlich, wie diese Ansicht in ihren Köpfen fest verankert ist: „Mädchen werden nun einmal schwanger – das kann man nicht verhindern. Und dem muss man durch eine möglichst frühe Heirat zuvorkommen.“

Manche Männer nutzen dieses System bewusst aus. Sie behandeln ihre jungen Frauen (die eigentlich noch Kinder sind) so schlecht, dass diese irgendwann fliehen. Wohin läuft ein Kind? Natürlich nach Hause! Kehren die Mädchen vor Ablauf des ersten Ehejahrs zu ihren Eltern zurück, darf der Mann den Brautpreis zurückfordern – oft mehrere Rinder – und sucht sich anschließend die nächste junge Frau.

Viele dieser Mädchen sind bereits schwanger, wenn sie zurückkommen. Die Familien können oft kaum genug Nahrung für sich selbst beschaffen. Deshalb bleibt den jungen Frauen häufig nur die Prostitution, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Oft ziehen sie dann in eine Hütte – etwas abseits – und „interessierte Männer“, die auf der Durchreise sind, fragen gezielt nach solchen Mädchen….

Doch bei unseren Evangelisationen haben sich viele dieser Frauen bekehrt. Sie kamen zu Anatole und sagten:
„Wir gehören jetzt zu Jesus. Aber wovon sollen wir leben?“

Aus dieser Not entstand die Idee einer Nähschule. Dort lernen Mädchen und Frauen einen Beruf, mit dem sie später ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.

Nun ist es auch hier so weit: Das Gebäude wurde fertiggestellt. Die bereits seit längerem beschafften Nähmaschinen wurden letzte Woche mit einem Lastwagen von Tana nach Port-Bergé gebracht.

 

Anatole und Viviane haben sich dafür sogar extra weiterbilden lassen: Er als Mechaniker für die Maschinen, sie als Schneiderin und Ausbilderin.

Wir sind Gott und euch von Herzen dankbar. Ohne eure Gebete, eure Unterstützung und eure Treue wären all diese Wunder nicht möglich gewesen.

Aus einem verlassenen Dorf ist inzwischen ein kleiner Ort voller Leben geworden – fast schon wie eine kleine Stadt. Strommasten, Straßenbeleuchtung und neue Gebäude prägen heute das Bild von Ambohitsara. Die „Ausstrahlung“ reicht sogar bis nach Tana: Viele reden davon!

Der nächste Ort mit einer ähnlichen Infrastruktur ist Port-Bergé. Doch selbst dort gibt es aufgrund von Korruption oft nur für wenige Stunden am Tag Strom und fließendes Wasser.

In Ambohitsara hingegen gibt es beides rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Ein Wunder, das vor einigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Der Countdown läuft:
Am 29. Mai startet offiziell der Betrieb des neuen OP-Krankenhauses und der Nähwerkstatt.

Die große Eröffnungsfeier findet dann am 4. Juli statt. Zahlreiche Ehrengäste haben bereits ihr Kommen angekündigt – darunter der Landrat, der Gouverneur, der Bundestagsabgeordnete der Region sowie der Bürgermeister von Andranomena. Auch viele Vertreter aus dem Gesundheitswesen des Landkreises und der Provinz werden erwartet. Selbst die Gesundheitsministerin wurde eingeladen.

Außerdem werden Rundfunk und Fernsehen vor Ort sein.
Es wird also ein ganz besonderer Tag – ein echtes Fest der Hoffnung und ein Meilenstein für die gesamte Region. Halleluja, Gott ist groß.

Die Menschen von Ambohitsara und Umgebung sagen: Misaotra betsaka – vielen Dank!

 

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