Epidemie 2026

Epidemie 2026

Heute schreibe ich euch über das Krankenhaus in Ambohitsara.

 

In einem Umkreis von 30 Kilometern ist unser Missionszentrum das einzige Krankenhaus – und weit und breit das einzige, das überhaupt einigermaßen „funktioniert“. Für lebensnotwendige Behandlungen, wie eine Bluttransfusion, wenn die roten Blutkörperchen durch Malaria fast aufgebraucht sind, müssen die Menschen oft nach Antsohihy, 120 Kilometer nördlich von Port-Berger, reisen. Die Straßen sind so schlecht, dass die Fahrt auf der Nationalstraße bereits mindestens sechs Stunden dauert – von den Pisten in Ambohitsara ganz zu schweigen.

Besonders die Kleinkinder leiden unter dieser Situation. In staatlichen Krankenhaus in Port-Berger müssen die Patienten die Behandlung im Voraus bezahlen, und selbst grundlegende Medikamente, Spritzen oder Pflaster sind dort, im Krankenhaus,  oft nicht verfügbar. Die Familien müssen alles selbst beschaffen. Ich erinnere mich an einen Besuch dort: In einem Patientenzimmer lagen keine Matratzen auf den Betten. Die Menschen hatten nur Tücher über die Bettgestelle gelegt, und mussten so schlafen!

In Ambohitsara ist das nicht so: Wir haben dort immer noch die ‚unkaputtbaren‘ Betten des Rot-Kreuz-Krankenhauses aus München, und zusätzlich haben wir neue Matratzen angeschafft. Außerdem werden durch unser „1-Euro-Projekt“ alle Kinder unter 5 Jahren nur für 1 Tasse Reis behandelt – egal wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist.

 Das Missionszentrum ist für die Region ein wahrer Segen. Menschen aus den entlegensten Kommunen nehmen unsere Hilfe in Anspruch – aber leider oft erst, wenn es fast zu spät ist. Wenn ein Kind krank wird, warten die Familien zunächst einige Tage, in der Hoffnung, dass es von selbst wieder gesund wird. Dann wird vielleicht noch ein Schamane aufgesucht. Und selbst die Reise zu uns dauert einen ganzen Tag. Oft sind wertvolle sieben Tage verloren – Tage, die für ein kleines Kind entscheidend sein können. Wenn sie schließlich in Ambohitsara ankommen, sind viele der Kinder schon in einem kritischen Zustand.

Täglich kommen derzeit 50 – 70 Patienten zu uns. Fast alle stationären Betten sind belegt, und unser Team arbeitet unermüdlich, um jedem Kind und jedem Erwachsenen  so schnell wie möglich zu helfen. In einem meiner letzten Blogeinträge habe ich erzählt, dass wir begonnen haben, unsere Medikamente quartalsweise einzukaufen, um einen Rabatt von bis zu 33 Prozent zu bekommen – doch obwohl das Quartal gerade erst begonnen hat, sind schon viele der Medikamente wieder verbraucht!

Viele Menschen aus fernen Kommunen können nicht sofort bezahlen, und nach der Behandlung sind sie „weg“ und für uns wieder „nicht greifbar“. Anders bei den Familien aus Ambohitsara und Umgebung – sie sind hier, man sieht sie, man kann sie ansprechen. Es geht uns nicht ums Geldverdienen. Alles, was wir von den Patienten erhalten, fließt direkt in neue Medikamente. Die laufenden Kosten für Personal, Gebäude und Ausstattung trägt das Missionszentrum.

Auch das 1-Euro-Projekt für Kleinkinder – sie bezahlen ja nur 1 Tasse Reis , egal welche Krankheit sie haben – wird heute viel stärker in Anspruch genommen als früher. Das ist ausgesprochen gut, denn so können viele Kinder gerettet werden!
Um das Projekt jedoch dauerhaft aufrechtzuerhalten, benötigen wir rund 3.600 Euro pro Jahr. Derzeit erreichen uns durch Dauerspenden lediglich 32 Euro monatlich – was einfach zu wenig ist, besonders jetzt, in der Epidemie-Zeit. 
Umso dankbarer sind wir Gott und Euch, dass inzwischen bereits 3.050 Euro an Sonderspenden von den benötigten 3.600 Euro eingegangen sind. Halleluja! Wer das 1-Euro-Projekt noch regelmäßig unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.

Man könnte denken: „Jedes Jahr eine Epidemie – das kann doch nicht wahr sein!“ In Ambohitsara selbst gibt es seit Jahren keine Epidemien mehr. Die Menschen trinken sauberes Wasser und kommen sofort, sobald Krankheitssymptome wie Fieber auftreten. Beim „Tag der Schule“ säubern die Schüler regelmäßig das Gelände, damit Malaria-Mücken keine Brutstätten finden. In den weit entfernten Dörfern und in anderen Kommunen ist das leider anders. Sie leben noch ähnlich wie die Bewohner von Ambohitsara, bevor der Staudamm gebaut wurde. Doch durch die Arbeit unseres mobilen Teams verbessert sich die Lage in den Dörfern unseres Einzugsgebietes auch langsam: Sie haben zwar keine eigene Trinkwasserversorgung, aber wir zeigen ihnen, wie sie Wasser abkochen, das Dorf sauber halten und auf Krankheitssymptome achten können. Schritt für Schritt lernen sie, ihre Familien zu schützen – und wir sehen, wie Hoffnung langsam Wurzeln schlägt.

Unser Traum ist es, dass viele „Missionszentren“ auch in anderen Regionen entstehen – dass das, was wir in Ambohitsara aufgebaut haben, als Blaupause für unzählige weitere Projekte dient.

Benjamin hat dies ausführlich in seinem Buch beschrieben, das kürzlich bei Amazon erschienen ist: „Missionshandbuch – Vision empfangen – Strategie erhalten – unbestreitbare Wunder erleben“. Es ist sehr praktisch und wir hoffen, dass es für viele eine Inspiration wird, die es lesen.

Gott braucht nicht viele Menschen, um seine Ziele zu erreichen – einer reicht schon. Wir haben eigentlich „nicht viel gemacht“… Wir waren einfach nur bereit, den „Preis zu bezahlen“ – alles zu tun, was nötig ist, und vor allem unser Leben diesem Ziel Gottes zu unterstellen. Und wir haben es nie bereut, auch wenn das oft hieß, dass wir auf viele Dinge, alle die eben außerhalb dieses „Fokus“ lagen, verzichtet haben. Aber dafür haben wir so viele Mitstreiter und Helfer bekommen: Euch. Was für ein Segen seid ihr doch für uns! Sowohl für das Projekt – ganz besonders für die Kinder – als auch für uns persönlich. Vielen Dank dafür!

 

 

Auch die Menschen in Ambohitsara und Umgebung sagen:

Misaotra betsaka – vielen Dank!

 

 

Eilmeldung: Bitte betet!

Benjamin schreibt:

Liebe Beter und Beterinnen,

Soeben erreichte mich die folgende Nachricht über einen Zyklon (Wirbelsturm!) südlich von uns!

(1) Majunga ist ca. 120 km Luftlinie entfernt von uns. Und südlich von dieser Küstenstadt, an der Westküste Madagaskars, wird ein Zyklon erwartet!

(2) normalerweise haben solche Wirbelstürme eine Windgeschwindigkeit von ca. 150 bis 200km/h, wenn sie ans Land kommen! Zurzeit habe ich keine Zusatzinfos dazu!

(3) mir wurde nur gesagt, dass es den ganzen Tag in Ambohitsara und Umgebung geregnet hat! Kein Wind! Siehe Bilder oben

(4) unsere Leute haben die Dächer mit Sandsäcken stabilisiert, als Standard-Maßnahme!

(5) bitte betet für die betroffenen Regionen und vor allem für das MZPB! Wir brauchen Schutz und Bewahrung, Zeichen und Wunder wegen den Blechdächern!

„Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“

Psalm 91:11-12 DELUT

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Eine Antwort zu Epidemie 2026

  1. Nyaradzo Yvet Gombarago sagt:

    I am just short of words. This is amazing. May the dear Lord continue to bless you for saying yes to His call and may He continue to strengthen you as you do His work in the name if Jesus!

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