Weihnachten ist nahe. Da geht es um eine Geburt. Es war damals eine reale Geburt – Jesus, der König aller Könige, verließ seinen Himmel. Dort war (und ist) er der Herrscher, der Monarch, der Oberste der Oberen. Er war immer zusammen mit dem Vater und dem Geist Gottes – innige Gemeinschaft, grenzenlose Liebe, Licht, Wärme…. Man könnte die Liste endlos fortführen. Dann kam Jesus hierher. Als Baby. Mit einer stark eingeschränkten Wahrnehmung, wenig motorischen Fähigkeiten, konnte sich nicht verständlich machen, außer durch Schreien…. Wie Babys eben so sind, wenn sie gerade geboren wurden. Was für ein „Abstieg“! Dann fragt man sich echt: warum in aller Welt hat er das bloß gemacht? Das ist doch total verrückt! Ja, weil Jesus „verrückt nach uns“, seinen Menschen ist. Aus Liebe hat er das gemacht. Wenn ich ganz ehrlich bin: „ich hätte es nicht gemacht…“
Hier in Ambohitsara geht es auch um eine Geburt. Viele sogar. Es entstehen immer mehr Gemeinden auf dem Bongolava-Gebirge – zuerst werden die Menschen „von oben geboren“ und dann werden Gemeinden geboren.
Unsere Evangelisten bieten den umliegenden Dörfern immer das Alphabetisierungsprogramm an. So lernen sie dann schreiben und lesen – und das Gute daran ist, die Bibel ist ihr Lesebuch. Das ist eine übliche Vorgehensweise in Madagaskar. Man kann bei Alphabetisierungs-Maßnahmen auswählen, ob man es konfessionell (die Bibel als Lesebuch) oder mit irgendwelchen anderen Lesefibeln macht. Das Missionszentrum hat sich natürlich für die konfessionelle Art und Weise entschieden.
- Alphabetisierungsklassen
- Abschlussprüfung mit Feier
So kommen die Leute ins Fragen. Sie stellen Fragen über die Bibel, beim Lesen-lernen, über Jesus, was denn der Unterschied ist, zwischen ihm und den Ahnen… Irgendwann entscheiden sich dann die Leute für Jesus, oder auch (noch) nicht. Manche Menschen sind wirklich begeistert von Jesus. Er ist so anders. Die Ahnen verlangen immer etwas: Tieropfer, sie legen den Menschen schwere Gebote auf usw. Z.B. gibt es Leute, die dürfen nur 4 mal die Woche arbeiten. Wie sich das auf ihre finanzielle Situation auswirkt, kann man sich ja denken. Verstoßen die Leute gegen die Gebote, wenn auch nur aus Versehen, dann kann es passieren, dass die Geister sie töten. Haben wir schon oft erlebt. Jesus dagegen liebt sie und will immer nur ihr Bestes. Und was für sie noch wichtiger ist: er ist stärker als die Ahnengeister.
Die Dorfleute werden von Jesus angezogen, und auch von dem, was sie in Ambohitsara sehen und erleben: die Liebe, mit der unsere Mitarbeiter sich um sie kümmern, wenn sie krank sind. Dass ihre Kinder dort eine gute Schulbildung erhalten. Und vieles mehr. Nicht selten laden sie uns dann ein, eine Massenevangelisation in ihrem Dorf abzuhalten. Alle Mitarbeiter des Missionszentrums, die möchten, kommen dann mit. So wird oft eine neue Gemeinde „geboren“.
Es ist schon vorgekommen, dass der Dorfälteste eines Dorfes, das 1 Tagesreise entfernt liegt, zu Fuß nach Ambohitsara kam und unsere Evangelisten bat, „ihren Jesus“ auch zu ihnen ins Dorf zu bringen.
- Evangelisation

Justine, ist die haupttreibende Kraft in Ambohitsara, um neue Gemeinden zu gründen. Sie ist Feuer und Flamme für Jesus und brennend im Geist. Bitte betet ganz besonders für sie und ihre Familie um Schutz!
Bei der letzten Alphabetisierungs-Klasse gab es eine Besonderheit: Am Endes des Schuljahres haben sich alle Teilnehmer (sie waren aus verschiedenen Dörfern) für Jeus entschieden. Und alle wollten sich durch das Timotheus-Programm zum Gemeindeleiter ausbilden lassen. Sie sind sehr jung – einige davon fast noch Kinder.
- unsere Evangelisten
- die aktuelle Gruppe des Timotheus-Programms
- Die neue Gruppe des Timotheus-Programms – sehr junge Menschen
- Bibelstudium
Auch Suzette ist dabei – das ist das Mädchen mit der Sichelzell-Anämie, ich habe schon öfter über sie geschrieben – siehe folgenden Link:
Damit die neuen Gemeinden geistlich gut versorgt werden, brauchen wir natürlich Gemeindeleiter. Nachdem es während der Regenzeit nicht gut funktioniert hat, als wir die neu gegründeten Gemeinden den Kirchen in der Umgebung übergeben hatten, gehen wir jetzt einen anderen Weg. Nach der Evangelisation übernehmen erst mal unsere Evangelisten die Leitung dieser neuen Gemeinden, bis die jungen Christen ihre Jüngerschaft-Schule beendet haben. Danach bieten wir einigen an, am sog. „Timotheus-Programm“ teilzunehmen. Es handelt sich um eine Ausbildungsprogramm zum Gemeindeleiter. Justine und die Evangelisten führen das durch. Sie treffen sich regelmäßig in Ambohitsara. Irgendwann, wenn sie soweit sind, werden sie dann als Gemeindeleiter in ihren Dörfern eingesetzt und lösen unsere Evangelisten ab.
Als wir dort waren, waren wir auch einmal eingeladen, dort zu lehren, Zeugnisse zu geben und Fragen zu beantworten. Mich hat es sehr beeindruckt. Das waren so einfache Menschen, materiell hatten sie gar nichts, aber gleichzeitig strahlten sie. Mit dem Wenigen, das sie hatten – sowohl finanziell als auch Wissen – dienen sie begeistert Jesus. Da gab es auch mehrere Ex-Schamanen unter ihnen, die sich bekehrt hatten und jetzt zum Gemeindeleiter ausgebildet werden.
- Zu Besuch in der Timotheus-Klasse
Eigentlich ist die Sache ziemlich einfach. Wenn man jetzt alle westlichen Ansprüche (Theologie-Studium, Griechisch-lernen, Hebräisch-lernen, Kirchengeschichte…) wegnimmt, und sich nur auf das Wesentliche ausrichtet, bleiben nur einige wichtig Aufgaben als Pastor/Gemeindeleiter. Laut Psalm 23 geht es um Folgendes hauptsächlich:
- Füttern – die Herde mit seelischer (Seelsorge) und geistlicher Nahrung zu versorgen.
- Führen – Menschen geistliche Praxis beibringen. Saftige Wiesen = das ist die Lehre und die Anweisungen. Frische Quellen = Heiliger Geist
- Schützen – vor falschen Lehren und „Wölfen“.
Es gibt mehrere Personengruppen – Schafe (Nachfolger Jesu, die lernen und sich verändern wollen) – Ziegen (chronisch „fleischliche“ Christen, die sich nicht ändern wollen) – Wölfe (falsche Brüder, Betrüger, Diener des Feindes).
- Schafe müssen geschützt
- Ziegen korrigiert,
- Wölfe vertrieben werden.
So ist diese Ausbildung – das Timotheus Programm – eine sehr praktische und lebensnahe Sache. Ich bin schon sehr gespannt auf die neuen Gemeindeleiter, wenn ich das nächste Mal nach Madagaskar fliegen werde.
Noch eine weitere Sache hat mich sehr gefreut. Auch die Schülermission hat große Erfolge. So viele junge Menschen finden zu Jesus – hier seht ihr eine der Veranstaltungen der Schülermission:
Vielen Dank, dass Ihr das ganze Jahr an unserer Seite gestanden habt, mit Eurer Fürsorge, euren Gebeten, Eurem Opfer… Es bedeutet uns sehr viel. Jetzt ist das Jahr 2025 ja fast zu Ende. Wir schauen zurück mit Dankbarkeit und Freude – auch dass Ihr alle Teil davon wart und seid, das wissen wir sehr zu schätzen.

Die Menschen von Ambohitsara und Umgebung sagen
Misaotra Betsaka – vielen Dank

























