Ein neues Krankenhaus für Ambohitsara

Der Bau des neuen OP-Krankenhauses ist abgeschlossen

Die Bauarbeiten für das neue Krankenhaus (außen und innen) sind abgeschlossen, Halleluja. Die Arbeiter sind abgereist, aber ihre Unterkünfte (Wohn-Container) wurden nicht mit abgebaut. So haben wir jetzt Gebäude für die „Krankenbegleiter“ erhalten. Das ist sehr gut, weil es vom madegassischen Gesetzgeber her Pflicht der Krankenhaus-Betreiber ist, die Familien der Kranken unterzubringen, ihnen Wasch- und Kochmöglichkeiten sowie sanitäre Anlagen zur Verfügung zu stellen. Der Grund dafür ist u.a., dass Krankenpflege (Paramed) in vielen Ländern (auch in Madagaskar) ein Studiengang ist und das Personal viele  Tätigkeiten der sog. „Grundpflege“ nicht ausführt. Dazu gehört auch Waschen des Patienten, Bett machen, Essen geben, Wäsche waschen usw. Das macht alles die Familie in Madagaskar und zu diesem Zweck ist rund um die Uhr ein „garde-malade“ – ein „Krankenwächter“ im Zimmer. Die Familie/Sippe wechselt sich ab – deswegen brauchen sie sanitäre Anlagen und müssen  irgendwo kochen und ihre Wäsche waschen können. Auch für den Kranken müssen sie Essen zubereiten – in der Regel gibt es im Krankenhaus kein Essen. Sollte ein Mensch wirklich niemanden haben, dann kümmert sich meistens die örtliche Kirche um diesen Fall.

Jetzt sind wir gerade mit der Beschaffung der Inneneinrichtung beschäftigt. Die Bestellung war schon eine „Aktion“ an sich. Benjamin war sehr oft zu Gange, unser Team vor Ort zu beraten: Wieviel Rabatt angemessen wäre, dass man eine größere Menge bei einem Lieferanten bestellt, um auch diesen Rabatt zu bekommen usw. Viele „Zoom-Meetings“ fanden zu diesem Thema in der letzten Zeit statt.

Inzwischen ist die erste Lieferung angekommen. Die Großgeräte haben eine Lieferzeit von 90 Tagen – deswegen rechnen wir erst im März damit. Was auch schlau ist, weil in der Regenzeit empfindliche Geräte zu liefern, gelinde gesagt, schon etwas riskant ist…. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas kaputt geht, ist ziemlich hoch.

Wir sind jetzt auch in Kontakt mit einer Organisation namens „Salama“. Dort könnten wir in Zukunft alle unsere Medikamente um ca. 1/3 billiger bekommen. Der Haken an der Sache ist nur, dass wir gleich für das ganze Quartal bestellen müssen. Bisher haben wir immer nur einmal im Monat bestellt. Jetzt müssten wir dafür in Vorleistung gehen. Wer sich an diesen einmaligen Kosten beteiligen will, ist herzlich willkommen.

Die Einweihung des neuen OP-Krankenhauses – zusammen mit der neuen Nähwerkstatt – ist am 29.Mai 2026 geplant. Wer dafür anreisen will, ist herzlich eingeladen. Unsere Leute freuen sich auf Euch!

Das 1-Euro-Projekt erfreut sich immer noch „wachsender Beliebtheit“ – viele kranke Kinder können mit relativ wenig finanziellem Aufwand behandelt werden, weil die Eltern jetzt früh genug kommen. Sie bezahlen nur etwa 1 Euro oder 1 kapoaka (ein Maß, entspricht etwa 1 großen Tasse) Reis. Früher war der Arzt-Gang mit erhebliche Kosten verbunden – bis hin zum finanziellen Ruin der Familie, wenn sie sehr spät kamen und die Malaria (meistens ist es Malaria) schon sehr schlimm war. Dann muss man nach Antsohihy (120 km) evakuieren, Bluttransfusion verabreichen, das ganze Programm eben….

Aber auch unsere Schulkinder (6-18 Jahre) müssen medizinisch versorgt werden. Dafür haben sie bis jetzt einen einmaligen Krankenhaus-Beitrag am Anfang eines jeden Schuljahres bezahlt. Das reicht aber nicht. Deshalb brauchen wir ein neues Gesundheits-Programm für diese Schüler, damit ihre Behandlung das ganze Schuljahr hindurch weiterhin gewährleistet ist. Dafür würden schon ca. 100  Euro pro Monat, für die 510 Schüler, ausreichen.

Hilfsmöglichkeiten – eigentlich Investitionen im Himmel – haben wir hier zuhauf…Wir wären auch sehr dankbar für Nicht-Zweckgebundene Spenden. Unsere Fixkosten haben mittlerweile schon die 10.000 Euro Grenze passiert.  Die größten Posten stellen die Gehälter für unsere ca. 100 Mitarbeiter dar. Hier seht ihr einige davon:

 

 

 

Diese Mitarbeiter sind sehr kostbar für uns. Sie achten nicht auf Arbeitszeiten oder ob sie gerade frei haben, wenn ein Notfall kommt. Leben zu retten geht immer bei ihnen vor. Deshalb wollen wir sie auch unterstützen, einfach dadurch, dass sie ihr Gehalt pünktlich bekommen. In vielen Krankenhäuser, Schulen und anderen Einrichtungen in Madagaskar bekommen die Mitarbeiter ihr Gehalt oft viele Monate lang nicht. Da sie jeden Tag hoffen, dass sie es ja vielleicht heute bekommen würden, bleiben sie und arbeiten weiter. Das ist bei uns durch Gottes Gnade und Eure Hilfe noch nie passiert. Vielen Dank dafür. Aber damit das so bleibt, brauchen wir weiterhin / ganz neu Eure „himmlischen Investitionen“.

Jeder Mensch auf der Welt hat eine Berufung.  In der Bibel steht (Hosea 11,1 ): „Als Israel jung war, gewann ich es lieb. Aus Ägypten rief ich meinen Sohn…“ Das sind wir. Gott hat uns aus „Ägypten“ (der Welt) herausgerufen, weil er uns liebt, uns um sich haben will und weil er eine Berufung für uns hat. Und Jesus sagt: „Nicht ihr habt mich auserwählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr losgeht und Frucht bringt – Frucht, die Bestand hat (bleibende Frucht)“. Unsere Kraft liegt in unserer Berufung. Wie der Wein nur durch den Saft des Weinstocks wächst und Blätter und Weintrauben treibt. Jeder Mensch hat von Gott ein „Wort der Bestimmung“ – schon als er noch im Mutterleib war – bekommen. Eigentlich verbringen wir unser ganzes Leben damit, herauszubekommen, was das genau ist, darin zu wachsen und uns daran zu freuen. Und diese Bestimmung und unsere Gaben und Talente sind dazu da, sie für den Dienst für Gott einzusetzen. Nur das macht Freude, nur so erleben wir Erfüllung, nur so verändern wir die Welt. Als ich persönlich noch ziemlich jung war und mein „ungläubiges“ Umfeld beobachtet habe, war ich mir sicher, dass ich so ein „kleines Leben“ nicht führen wollte. Das nämlich aus Beruf und Heirat besteht, Kinder bekommen, Haus bauen, Möbel kaufen, schließlich in Rente gehen und noch einige Jahre die Enkelkinder zu genießen, bevor man ins Altersheim geht und stirbt. Ich wollte immer „Früchte“ in meinem Leben sehen, die bleiben. Und – was sehe ich in Ambohitsara? Eine gewaltige Transformation der ganzen Gegend, dank Eurer Hilfe. Ich bin Gott dafür sehr dankbar und so stolz auf Euch alle. Vielen Dank dafür!

Und auch die Kinder in Ambohitsara und Umgebung sagen:

Misaotra Betsaka – vielen Dank!

 

 

 

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