Neues vom Labor – Teil 2

Labor, Motorräder, mobile Klinik

(zum Vergrößern der Bilder bitte auf dem Bild doppelklicken)

Das neugebaute Labor soll in Kürze in Betrieb genommen werden. Das war bisher nicht möglich, weil etwas mit der Erdung nicht in Ordnung war. Die Baufirma SOMIMA hatte in der Regenzeit gemessen – da sind die Werte immer sehr gut. Bei der Lieferung der Laborgeräte im August (Trockenzeit) wurde nochmal gemessen und man kam auf bedenkliche Werte – die Geräte gingen daher nicht ans Stromnetz, weil IEM  bei den aktuell gemessenen Werten keinerlei Verantwortung für die teuren Geräte übernimmt .

Wir können daher die Inbetriebnahme erst starten, wenn dieses Problem gelöst ist. Was noch dazukommt:  4 verschiedene Firmen sind an dem Laborbau/Inbetriebnahme  beteiligt:

  • Ecoral, das Architektur-Büro und deren Baufirma SOMIMA, die schon unsere Wasserversorgung gebaut hat
  • IEM, die unsere Laborgeräte liefert (der Eigentümer und Manager ist Franzose, aber ansässig ist die Firma in der Hauptstadt)
  • SALFA (lutherischer Krankenhausträger) als externer Berater und für die langfristige Qualifizierung der Mitarbeiter zuständig

Daher gestaltet sich das Schnittstellen-Management schwierig – besonders da auch ein Ausländer beteiligt ist. Die madagassische Kultur tut noch das ihre dazu: Kontrolle wird immer als unhöflich oder als „du-vertraust-mir-nicht“ aufgefasst. Was dann der Franzose z.B. überhaupt nicht nachvollziehen kann, mit den entsprechenden darauf folgenden Irritationen der madagassischen Partner.

Auf alle Fälle ist es jetzt soweit: Alle Beteiligten werden heute nach Ambohitsara fahren und versuchen das Erdungsproblem zu lösen.

So ein Labor hat in der ganzen Gegend niemand.

Im April 2019 war ich bei dem Einsatz von Paula, die ein Krankenschwestern-Praktikum in Ambohitsara gemacht hat, mit ihr auch für einige Tage im staatlichen Krankenhaus Port-Berger. Die Zustände waren einfach traurig. Die Mitarbeiter tun ihr Bestes, aber was sollen sie machen, unter solchen Umständen….Es gab z.B. nur 1 einzige Schere im ganzen Krankenhaus, wie uns der Klinik-Leiter (ziemlich entmutigt) erzählt hat. Die Bezahlung dort ist gering, neue Sachen gibt es keine, Ersatz für „abhanden gekommenes Equipment“ schon gar nicht.

Für die Patienten wird die lebensrettende medizinische Behandlung mit dem Labor von Ambohitsara im Endeffekt auch billiger, da sie nicht mehr nach dem Ausschlussverfahren (viele teuere Behandlungen bis eine davon anspricht), sondern punktgenau behandelt werden.

Dies hat für die ganze Gegend weitreichende Folgen: Die Entwicklung in dem Areal Bongolava (gemessen in Jahren) wird einen Vorwärts Sprung von ca. 80 Jahren machen…

Das Labor wird auch die wirtschaftliche Seite unserer Projekte erheblich verbessern. Wirtschaftlich im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe:  das Labor könnte langfristig  seine eigenen Kosten erwirtschaften und evtl.  auch noch  Gehälter einiger Krankenschwestern tragen. Dafür muss man aber auch etwas tun:

Eine Vernetzung mit den anderen Krankenhäusern, den niedergelassen Ärzten und den Gesundheitszentren muss stattfinden.

Zu diesem Zweck wurde Dr. Roseline von der Funktion als lokale Projektkoordinatorin abgezogen und nur noch im Gesundheitsbereich eingesetzt. Sie ist wirklich eine Spezialistin im Vernetzen mit anderen Institutionen. Sie kennt fast jeden. Und wenn sie jemand nicht kennt, dann gewinnt sie ihn durch Gottes Hilfe u.a. in Form ihrer Kompetenz und ihres einnehmenden Wesens. Diese Vernetzungsarbeit hat sie schon länger angefangen und sie ist sehr wichtig.

 

Zwei  Motorräder wurden zum Zweck der Vernetzung  angeschafft. Sie sollen auch das Auto entlasten. Der Sadko ist ziemlich überbeansprucht – kein Wunder bei den Pisten. Nur ein Auto das fliegen kann, würde da heile bleiben.

In Planung ist, dass die Laboranten und z.B. die Leute vom Alphabetisierungs-Team  auch einen Motorradführerschein machen. Sie sind ja sowieso ständig in den Dörfern unterwegs und  werden dann regelmäßig die Proben nach Ambohitsara bringen. Die Ergebnisse werden dann per Telefon oder Motorrad verschickt.

Wartezimmer Krankenstation

Noch etwas zu unseren Mitarbeitern: Die Regierung von Madagaskar hat ein Mindestlohn-Gesetz erlassen. Unsere Mitarbeiter waren nie unterbezahlt: sie bekommen neben dem Gehalt auch noch Unterkunft, Strom, Wasser, Fahrt mit dem SADKO nach Port Berger am Wochenende, z.T. Mittagessen in der Schulkantine….  umsonst. Außerdem ist noch eine starke Reduktion der Kosten bei Krankheit sowie des Schulgeldes für ihre Kinder mit dabei. Sachlich gesehen können wir sie nur so in „der Pampa“ an uns binden!

Trotzdem müssen wir dieses Gesetz einhalten – seit September 2019 haben wir daher Mehrkosten von ca.  2000 Euro monatlich. Das ist nicht einfach für uns als Hope-Projekte-Madagaskar.

Dies ist eine gute Gelegenheit mehr für Gerechtigkeit und Chancengleichheit zu investieren. So können unsere tollen Mitarbeiter weiterhin gute Bildung und effektive Krankenversorgung für die Kinder leisten

Jeder Euro kommt an – Spenden werden gerne unter unserer Bankverbindung angenommen.

Vielen Dank für alle Gaben!

Spenden per Banküberweisung

Empfänger: HOPE e.V.  (Ditzingen, Deutschland)
IBAN: DE36622515500220012366
Bank: Sparkasse Hohenlohekreis  (Deutschland)
BIC: SOLADES1KUN
Verwendungszweck: Madagaskar
+ Ihre Anschrift  (für Ihre jährliche Spendenbescheinigung)

Fortsetzung folgt….

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Krankenhaus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*