Lezara – ein außergewöhnlicher Mitarbeiter

Lezara – die Geschichte eines außergewöhnlichen Mitarbeiters

(zum Vergrößern der Bilder bitte auf dem Bild doppelklicken)

Lezara kommt aus der Gegend von Angodona und ist 2017/18 zu den Hope-Projekten-Madagaskar gekommen. Er war damals kein Christ und er kommt zusätzlich noch aus einer der alten Königshäuser von Madagaskar, genau wie Benjamins Mutter.  Über sie habe ich schon einmal geschrieben – siehe Blogeinträge von Jan. 2016:

http://hope-projekte-madagaskar.org/ahnenkult-und-aberglaube/

http://hope-projekte-madagaskar.org/ahnenkult-und-aberglaube-2/

Seine Vorfahren waren Könige aus dem Stamm der Tsimihety. Deswegen ist seine gesamte Familie dem Ahnenkult sehr ergeben, was sich auch komplett durch ihren Alltag zieht. Lezaras Mutter z.B. Wenn sie Gast bei Christen ist, die ein Tischgebet sprechen, dann nimmt sie ihr Essen und  geht nach draußen, damit nicht einmal ihr Essen „Gebet abbekommt“. Danach geht sie wieder rein. Auch von den anderen Menschen werden diese Königsfamilien quasi „verehrt“ – was sie auch zu sehr starken und stolzen Persönlichkeiten macht. Auch die Frauen – sie sind in der Lage Dinge „durchzusetzen“, an die sich sonst die Frauen im Allgemeinen nicht „herantrauen“.

Lezara war Hausmeister in unserer Missionsschule.  Durch seine Arbeit für Hope-Projekte-Madagaskar kam er zu einer lebendigen Beziehung mit Jesus. Er sagte:“ Ich bin wirklich glücklich, weil ich hier Jesus gefunden habe“.

Jeder Mitarbeiter des Missionszentrums darf sich in Ambohitsara weiterbilden – das wird von uns pro aktiv unterstützt.  Um sich finanziell zu verbessern hat sich Lezara neben seiner Arbeit auf sein Abitur vorbereitet und es Sept/Okt. 2018 auch bestanden.

Ostern 2018 wurde er in Andranomena von Pastor Belaza und Pastor Clement (unser Stipendiat) getauft.

Seine Frau Ruffine war damals schwanger und hat im Juni 2018 das Baby Ruffin geboren, das eine angeborene Missbildung (Hirnbruch) und dazu noch einen sog. „Wasserkopf“ hatte. Für seine Sippe war das natürlich eine Strafe der Ahnen, nach dem Motto „das kommt davon, wenn man sich von den Ahnen abwendet“.

Dank einer überwältigenden Spendenbereitschaft konnte der kleine Ruffin mit  Helimission nach Tana geflogen und dort 2 mal erfolgreich operiert werden.

http://hope-projekte-madagaskar.org/spendenstand-aktion-ruestzeit-2017/

Inzwischen kann er schon Roller fahren und hat sich ganz normal entwickelt. Aber er muss immer noch zur Kontrolle nach Tana und eben aufpassen – der Schlauch, der das überschüssige Gehirnwasser vom Kopf in seinen Bauch leitet, ist noch unter der Haut sichtbar….

Lezaras Frau Ruffine hat während ihrer Zeit, als Ruffin in Tana operiert wurde, eine Bibel bekommen und immer darin gelesen. Sie war bei unserem Projektdirektor Anatole zu Hause untergebracht. Ein wenig später hat auch sie zu Jesus gefunden und wurde, zusammen mit Ruffin und ihrer Schwester,  im Sommer 2018 getauft.

Als Benjamin und ich im Juni 2019 in Ambohitsara waren (ich kann mich noch ganz genau daran erinnern) hat Lezara uns im Basiscamp vor meiner Hütte erzählt, dass er eine Berufung hat, Pastor zu werden. Er möchte die Aufnahmeprüfung bei der Bibelschule der Lutheraner machen.

Ich finde es wirklich so berührend, was Gott alles in dieser Familie getan hat. Lezara ist ein außergewöhnlicher Mensch – als ich dort war, habe ich ihn gesehen, wie er z.B. morgens um 5 die Töpfe für die Schulkantine abgeholt hat und immer dabei gestrahlt hat. Man hat es ihm angemerkt, dass er seine Arbeit für Jesus macht und nicht für die Menschen.

Auch bei der Heiratsaktion war er dabei und hat mit den anderen im September 2019 standesamtlich geheiratet. Von seiner Familie kam keiner zur Hochzeit, weil sie, wie ich oben schon erzählt habe, fast alle strenge Anhänger des Ahnenkults sind.

http://hope-projekte-madagaskar.org/die-geschichte-der-7-braeute-teil-3-standesamtliche-hochzeit/

Inzwischen hat er die Aufnahmeprüfung für die Bibelschule der lutherischen Kirche gemacht und auch bestanden: er wird also Pastor werden.

Die Ringe für die Hochzeit

Morgen, am 7.10.19 um 8 Uhr werden er und Ruffine von Pastor Tsitaitra in Ambohitsara (der Pastor kommt extra von Port-Berger nach Ambo) kirchlich getraut. Es war eigentlich geplant, dass die beiden bei der großen kirchlichen Hochzeit am 26.10.19 mit den anderen heiraten.  Da das aber wegen der Bibelschule zu spät wäre, (kirchlich verheiratet zu sein ist eine der Aufnahmebedingungen für die Bibelschule) wird er  schon morgen heiraten.  So Gott will wird aber die Hochzeitskleidung erst heute Nacht per Buschtaxi aus Tana kommen.  Grade habe ich noch mit Dr. Roseline per Whattsapp geschrieben: Sie ist jetzt unterwegs nach Ambohitsara. Lezara ist noch in Port-Berger und wartet auf seine Hochzeits-Klamotten. Morgen früh will er wohl mit Pastor Tsitaitra zusammen mit dessen Motorrad nach Ambohitsara fahren, sich schnell duschen (er wird komplett rot vom Staub sein, nach so einer Fahrt), umziehen und dann heiraten. So was kann auch nur in Madagaskar passieren….

Danach werden Lezara und Familie nach Marovoay, zur Bibelschule, die auch Clement (unser Stipendiat) besucht hat, abreisen. Bitte betet für die morgige Hochzeit: das wird ein gewaltiges Zeugnis für die Dorfbewohner und die ganze Umgebung werden. Wenn man sich die Bilder von Lezara und Ruffine mit dem kleinen Ruffin vor und nach seiner OP anschaut: Welche Veränderung, die in ihren Gesichtern zu sehen ist….

In Marovoay wird er es nicht einfach haben –  dort ist es üblich, dass man für die Lebenshaltungskosten selber aufkommt – viele müssen nebenher arbeiten. Er hat keinerlei Hilfe von seiner Familie, keine Arbeit und weiß nicht wie er finanziell über die Runden kommen soll.  Und was sagt er? „Auch wenn die anderen Menschen mir nicht helfen können, Jesus wird mir helfen“.

Für mich ist Lezara ein Vorbild im Glauben – er hat so schwere Zeiten hinter sich und vor sich und doch gibt er Jesus niemals auf. Wir von Hope-Projekte-Madagaskar werden auch versuchen, die Familie wenigstens ein wenig auch finanziell zu unterstützen, weil sie durch den kleinen Ruffin und seinen regelmäßigen Kontrollen in Tana eine erhebliche Mehrbelastung haben. Bitte betet mit uns für Lezara und seine Familie…

 

 

 

 

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3 Antworten zu Lezara – ein außergewöhnlicher Mitarbeiter

  1. Lierath, Anne sagt:

    Liebe Doris,
    hab herzlichen Dank für diese Infos.
    Ich bin bewegt über alles was sich getan hat.
    Ich bete für Euch ( dich ,deine Familie ) für alle Mittarbeiter, für die wunderbare “ Arbeit“ , die alle dort tun. Und für die Menschen dort.
    Ich bete jetzt auch , dass – durch Jesus Christus – Ruffine, Lezara und Ruffin alles so wird wie sie es “ brauchen „.
    Liebe Grüße
    Anne

  2. Benjamin sagt:

    Hi Doris, danke auch für Deinen Blog!

  3. Pingback: Ruffines und Lezaras Hochzeit - Hope Projekte MadagaskarHope Projekte Madagaskar

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