1. Advent – Unsere Power Kids aus Ambohitsara

 

Erster Advent

Preist ihn (den Herrn) und rühmt seinen Namen! Denn der Herr ist gut zu uns, seine Gnade hört niemals auf, für alle Zeiten hält er die Treue. Psalm 100, 5

Diese Zeilen oben haben wir im letzten  Jahr wieder ganz neu erlebt. Die Herausforderungen der Schule in Ambohitsara durch Corona waren gigantisch.

Schülerinnen beim Lernen

  • Präsenzunterricht gab es nur für  3 Abschluss-Klassen, die ihre Abschlussprüfung (Grundschule, Mittelschule, Abitur) schreiben mussten.
  • Alle anderen hatten faktisch nur 3 Monate in dem Schuljahr Unterricht. Leider müssen sie alle das Schuljahr wiederholen. So etwas wie Homeschooling gibt es nicht in Ambohitsara. Die Leute dort haben ja oft nicht einmal eine Uhr – geschweige denn Strom, PC’s oder andere Hilfsmittel….

Aber – wer hätte das gedacht – durch Gottes Güte wurde die Schule gerade durch die Corona-Herausforderung mächtig gesegnet:

  • Die Lehrer: Alle anderen Lehrer in den Privatschulen bekamen fast das ganze Schuljahr kein Gehalt. Früher haben sie sich immer über die Lehrer in Ambohitsara lustig gemacht, weil diese so abgelegen wohnen. Aber im Gegensatz zu ihnen konnten wir unsere Lehrer alle halten und sie haben trotzdem ihr Gehalt bekommen. Sie wurden eben für andere Arbeiten – z.B. Bau – eingesetzt. Unsere Lehrer sind sehr dankbar, dass sie keine finanziellen Einbußen erlitten haben und waren mit „Feuereifer“ dabei.
  • Die Abschlussklassen: sie wurden – u.a. aufgrund der vielen Lehrer vor Ort – sehr gut betreut. Entsprechend waren auch die Ergebnisse, die sie in den Prüfungen abgelegt haben: Grundschule – alle haben bestanden. Mittelschule – 89 % haben bestanden. Abiturienten: alle haben bestanden – drei davon sogar mit Auszeichnung.
  • Der Bau: Früher hatten wir immer Schwierigkeiten, genug Leute für den dringend notwendigen Bau bzw. Renovierung  der Schulgebäude  zu bekommen. Dieses Jahr hatten wir sehr viele Lehrer zur Verfügung, die wir so einsetzten konnten. Und sie haben auch mit Begeisterung mitgemacht. Wir haben zusätzlich noch von einer Kinderstiftung Geld bekommen, um die dringend notwendigen Renovierungs-Arbeiten durchzuführen. Auch die früher vorhandenen Rivalitäten zwischen den Projekten sind verschwunden. Alle arbeiten jetzt zusammen.

 

Alles hat so gut zusammen gepasst. Gott ist gut zu uns – er liebt das Missionszentrum. Ein Schüler, der als Ferienjobber im Bau mitgeholfen hat, hat gesagt, dass er jetzt so stolz ist, in diese tolle Schule zu gehen und dass er sich nächstes Jahr noch mehr anstrengen wird.

3 Lebensgeschichten „unserer“ Kids berühren mich immer sehr, wenn ich daran denke.

  1. Dell

Dell ist ein junger Mann, der früher nicht zur Schule gegangen ist. Durch die Erwachsenen-Alphabetisierung hat er Lesen, Schreiben und etwas Rechnen gelernt. Das war nicht genug für ihn. Anschließend hat er sich bei dem ASAMA Kurs eingeschrieben. In einem Jahr hat er den gesamten Stoff bis zur 6. Klasse nachgeholt. ASAMA ist kostenlos für unsere Schüler. Er hat wirklich bis zum Umfallen gelernt. Da es in der Hütte seiner Tante (wo er gewohnt hat) keinen Strom gab, hat er sich ans Kochfeuer gesetzt (in Madagaskar wird es um 18 Uhr schlagartig dunkel) und weiter gelernt. Seine Grundschul-Abschlussprüfung hat er mit Auszeichnung bestanden.

Er hat  sein Leben Jesus übergeben und ist eine Stütze der christlichen Schülergemeinschaft.

Inzwischen ist er in der 11. Klasse – leider sollte er zu denen gehören,  die das Schuljahr wiederholen müssen. Aber das stört ihn nicht – er möchte Bauingenieur werden….

2. Alix

Ich kenne Alix schon sehr lange. Bei den Kurzzeiteinsätzen war er einer von den kleinen Jungs, die „immer mit dabei“ waren. Sei es beim „spielerisch Englisch lernen“ oder sonstigen Aktivitäten. Er ist jetzt auch  ein bekehrter Christ und geht begeistert in die Hope-Schule. Er hat soeben sein Abitur bestanden, wer weiß, vielleicht wird er ja einer unserer Lehrer im kommenden Schuljahr….

3. Rarody

Ich habe früher schon einmal über ihn geschrieben. Er kommt aus einer bitterarmen Familie. Seine Oma war die erste Christin in Ambohitsara. Rarody hat – neben vielen anderen Geschwistern – ein geistig behindertes Geschwisterkind. In Madagaskar ist so etwas sehr sehr schwer.

Die Kinder von Ambohitsara – Lebensgeschichten

Er wurde mit seiner Oma als einer der ersten Christen in Ambohitsara getauft und folgt seitdem Jesus. In den Aktivitäten der Schülermission ist er nicht mehr wegzudenken. Er möchte später Pastor werden…

 

Rückblickend war das Jahr ganz anders als wir gedacht hatten…Wir bedanken uns ganz herzlich für alle Unterstützung, die wir in diesem Jahr erhalten haben. Die Beklommenheit und Unsicherheit, die wir in dieser Coronavirus-Zeit verspüren, hatten die Menschen in Ambohitsara fast jeden Tag. Sie wurden (und werden auch jetzt) nicht von ihrer Regierung unterstützt. Sie hatten keine Sicherheit, ob sie morgen noch Essen haben oder zur Schule gehen können. Krankheiten bedrohten ihre Familien und das ganz ohne Corona! Vieles mehr, was für uns selbstverständlich ist, war für sie früher ein Fremdwort. Durch Euren Support der Hope-Projekte Madagaskar haben sie eine ganz neue Lebensperspektive. Früher gab es nur den Beruf des Landwirts oder des Lohnarbeiters für die Jugendlichen. Jetzt haben sie sogar Träume, was sie später einmal werden möchten: Lehrer, Pastor, Ingenieur….

Bitte helft mit, die Träume der Kinder von Ambohitsara zu verwirklichen. Ihr könnt:

  • für uns beten (kostet 0 Euro hat aber Mega-Durchschlagskraft)
  • eine Schulpatenschaft oder Lehrerpatenschaft übernehmen
  • einfach so spenden
  • praktisch hier in Deutschland oder vor Ort mithelfen
  • weitersagen
  • seit gestern sind wir auf der Plattform „Betterplace“ vertreten. Sagt es Euren Freunden, vielleicht möchten sie ja einen Beitrag zu diesem Projekt leisten (Link anklicken)….. www.betterplace.org/p85816

Misaotra betsaka – vielen Dank sagen die Kinder von Ambohitsara und wünschen Euch allen einen gesegneten 1. Advent.

 

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